Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)

Friedrich Spigl, Hauptmann im k. k. Kriegs-Archive: Repressalien-Gefechte an der croatisch-türkischen Grenze in der Zeit von 1809 bis 1845

28 Repressalien-Gefeclite an der croatisch-türkisclien Grenze die Kundschafter, dass die Türken, wie es in ähnlicher Lage bei ihnen Gepflogenheit war, auch diesmal schon begönnen, ihre Familien und alles bewegliche Eigenthum in die rückwärtigen Wälder zu schaffen. Als auf diese Weise jede Aussicht auf Gfenugthuung und Schaden­ersatz geschwunden war, rückte der General, am 17. October 1835, Früh 10 Uhr, mit 6 Compagnien des Oguliner, 6 Compagnien des 1. Banal- und 10 Compagnien des Sluiner Regiments, nebst 120 Sere- zanern, einer halben öpfündigen Batterie und 8 Raketen-Laffeten in drei Colonnen über die Grenze, um Gross-Kladus zu verbrennen, die Räuber und ihre Parteigänger zu züchtigen. Die erste Colonne (linker Flügel), 6 Compagnien unter Major v. Kuntz, sollte von Maljevac über die Höhe von Pazariste gegen Milkovic Selo vorrücken, diesen Ort nehmen und die Brücke über die Kladusnica zerstören. Die zweite Colonne (Centrum), 6 Compagnien unter Major Bettini, mit einer Reserve von 2 Compagnien unter Oberst Köster, hatte von Mehinostanje gegen Agyié Selo vorzudringen, dieses Dorf zu nehmen, die Brücke über den Bach Grabovka, sowie die östlichen Anhöhen zu besetzen und von da Gross-Kladus anzugreifen. Die dritte Colonne (rechter Flügel), 6 Compagnien unter Oberst­lieutenant Popovic, mit 2 Compagnien Reserve unter Hauptmann Baron Jellaöic, bi’ach von Valiselo auf, hatte unterhalb des Postens Grabarska den gleichnamigen Bach zu überschreiten, die vorliegenden Anhöhen zu gewinnen und die zweite Colonne beim Angriffe auf Gross-Kladus von Koserevic Brdo aus zu unterstützen. Um die vorrückenden Colonnen im Rücken zu sichern und die allseitigen Verbindungen herzustellen, nahmen entsprechende Ab­theilungen auf dominirenden Punkten Stellung. Die im Operations- Rayon gelegenen Cordonposten erhielten, um jeder Überrumpelung zu begegnen, die nöthigen Verstärkungen. Von dem Augenblicke an, als die Truppen die Grenze über­schritten hatten, stiessen sie an jeder Terrainfurche, welche nur einigermassen dem Vertheidiger Vortheil gewährte, auf grösseren oder geringeren Widerstand. Die Türken, kühn und im Einzelnkampfe geübt, besitzen eine natürliche Anlage für das Tirailleurgefecht. Jeder Zoll des vor Kladus gelegenen, dem Vertheidiger günstigen Terrains musste ihnen abgerungen werden. Die Grenzer, im Detailkampfe den Türken gewachsen und musterhaft geführt, bewältigten alle Hinder­nisse, welche ihnen hier Natur und Gegner entgegensetzten. Auf diese Weise erreichten sie bei geringen eigenen, aber desto grösseren Ver­lusten des Feindes, die vorliegenden Höhenrücken und trieben die Türken von da, ungestüm und concentrisch gegen Gross-Kladus hinab. Das Schloss und die csardakenmässig um dasselbe gebauten Häuser nahmen die Fliehenden auf und boten ihnen Vertheidigungs-

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