Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)

Moriz v. Angeli, Major im k. k. Kriegs Archive: Der Krieg mit der Pforte 1736 bis 1739 - II. Der Feldzug von 1737

II. Der Feldzug von l?3t. 313 auf diese Art die Bundesgenossen der kaiserlichen Truppen verrin­gerten, erhoben die Gegner um so kühner das Haupt und nützten rastlos die ihnen so unerwartet gewährte Frist aus. Ali Pascha, der Statthalter in Bosnien, hatte nach dem Ent­sätze von Banjaluka zunächst die untere Save in’s Auge gefasst. Als er aus den Bewegungen Hildburghausen’s am linken Save-Ufer mit Grund schliessen konnte, in nächster Zeit von dorther nicht belästigt zu werden, detachirte er dann auch in der Richtung gegen Novibazar. Hiedurch änderte sich die anfangs günstige Situation des Obersten Lentulus, der überdies durch die Abgabe des Huszaren-Regimentes Splényi, welches nach Ungarn abging, um dort dem Räuberunwesen zu steuern, bedeutend geschwächt war. Eine Verstärkung von 500 Mann und 4 Feldstücken, welche ihm Oberstlieutenant Pfefferkorn zuführen sollte, wurde am 5. August im Lager bei Kossovo von mehr als 2000 Türken überfallen, die den Commandanten und 60 Mann nieder­machten; der grössere Theil des zersprengten Detachements sammelte sieh wohl in Novibazar, allein Feldmarschall Seckendorf fühlte sich durch dieses Auftreten des Gegners so bedroht, dass er den FZM. Schmettau mit 1000 Mann Infanterie und 1000 Reitern in der Richtung nach Precoplje detachirte, um den Obersten Lentulus zu soutoniren und die Gegend zu beruhigen. Verlegung der Operationen vom Timok an die Drina. So wie im Westen, mehrten sich auch im Osten des Kriegsschau­platzes die beunruhigenden Symptome. Feldmarschall Khevenhüller, der mit seinem Corps den Weg über Gurguzevae (Knjazevac) und dann längs des Timok eingescklagen hatte, war am 10. August in Bregova eingetroffen. Da er sich aus Rücksichten für die Verpflegung vom Timok nicht entfernen zu können glaubte, liess er Widdin, von diesem 6 Stunden von der Festung ent­fernten Orte aus zur Übergabe auffordern, ohne es zu berennen oder sonst ein in solchen Fällen gebräuchliches Pressionsmittel anzuwenden. Die Zeit, wo ein solcher Schritt wahrscheinlich einen gleichen Erfolg gehabt haben würde, wie kurz zuvor bei Nissa, war jedoch bereits vorüber. Gekräftigt durch die aufmunternden Botschaften des bei Isaktscha stehenden Grossveziers, der noch in letzter Stunde die Festung mit der mangelnden Munition hatte versehen lassen und ausgiebige Hilfe für die nächste Zeit in bestimmte Aussicht stellte, erklärte der Com­mandant von Widdin, dass er die Festung bis auf den letzten Mann vertheidigen werde. Eine Recognoscirung, welche Khevenhüller hierauf am 14. August mit 8 Cavallerie-Regimentern von Bregova gegen Widdin unternahm, fiel nicht glücklich aus. Oberstlieutenant Graf Dragoni ging mit der 22*

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