Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)
Moriz v. Angeli, Major im k. k. Kriegs Archive: Der Krieg mit der Pforte 1736 bis 1739 - II. Der Feldzug von 1737
296 Der Krieg mit der Pforte 1736—39. verbrannte dessen Vorstädte, während eine 3. Partie gegen Cetin streifte, welches General-Major Herberstein berannte und vom 21. an mit Feldstücken beschoss. Der Banus von Croatien, Graf Johann Eszterházy, überschritt gleichfalls erst später die Grenze von Glina aus, und blockirte am 25. Juli die Feste Buzim. Ohne Kenntniss von dem verspäteten Beginn der Operationen, war Oberst Kaunach der Einzige, welcher seine Colonne genau an dem, seinerzeit von Feldmarschall Grafen Seckendorf bestimmten Tage in das feindliche Gebiet führte. Er sammelte sein aus 4500 Mann (darunter nur 600 Deutsche), 3 Dreipfündern und 2 Haubitzen bestehendes Detachement bei Pasto polje (?) zwischen Udbina und Gracac und überschritt am 12. die Grenze bei Dobroselo. Gefecht bei Ostrovica am 22. Juli. Auf die Nachricht, dass Ostrovica, Kulen-Vakup und Havala im Ganzen nur von etwa 300 Mann besetzt seien, ging Oberst Rau nach am 15. über die Unna und begann am 18. die Beschiessung des Schlosses Havala. Inzwischen hatten sich allmälig die türkischen Truppen gesammelt und der Pascha von Travnik die Bevölkerung zu den Waffen gerufen. Schon am 20. erhielt Oberst Raunach sichere Kunde, dass eine bedeutende Zahl Türken gegen den bedrohten Norden Türkisch- Croatiens im Anzuge sei; da er aber fest überzeugt von der Cooperation des FML. Stubenberg und des Banus von Croatien war, so setzte er die Beschiessung Havala’s fort und beschränkte sich auf die Beobachtung des Gegners. Dieser wandte sich mit nahezu 5000 Mann gegen die gänzlich isolirte Colonne und schnitt ihr den Rückweg nach Croatien ab. Bei dem Versuche, sich gewaltsam Bahn zu brechen, wurde Oberst Raunach gänzlich geschlagen, er selbst blieb mit 8 Officieren und 603 Mann unter den Todten; 1 Officier und 24 Mann wurden verwundet, und nur mit äusserster Anstrengung gelang es, die Geschütze nach Gracac, die Casse nach Carlstadt zu retten. Die Belagerung von Banjaluka am 25. Juli bis 4. August1). Der Unfall, welcher die Raunach’sche Colonne betroffen, wirkte wohl im Allgemeinen deprimirend auf den Unternehmungsgeist der beiden anderen Neben-Colonnen, hatte aber sonst keine unmittelbar nachtheiligen Folgen, da die Türken ihren Erfolg nur schwach aus- niitzten und auch gar nicht in der Lage waren, die Grenzen ernst zu gefährden. ') Siehe Tafel Nr. V.