Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)

Moriz v. Angeli, Major im k. k. Kriegs Archive: Der Krieg mit der Pforte 1736 bis 1739 - II. Der Feldzug von 1737

290 Der Krieg mit der Pforte 1736—39. da, falls keine andern Befehle von Wien einliefen, am 11. die Kriegs­erklärung dem Pascha von Nissa übergeben werden würde. Zusammongetricbene Bauern mussten die Proviantschiffe die Morava aufwärts bis Liveda (Livadica) ziehen, von wo die Vorräthe zu Lande in 8—10 Tagen Jagodin erreichen konnten. Die Truppen bei Belgrad hatten vom 25. angefangen marsch­bereit zu sein; 200 Reiter wurden nach Jagodin vorausgeschickt, die Wege zu eclairiren. Von dem bei Uj-Palanka stehenden Corps erhielt FZM. Schmettau den Auftrag, sich mit der Infanterie (23 Bataillone und 28 Grenadier- Compagnien) derart gegen die Morava in Marsch zu setzen, dass er sich mit dem Hauptcorps an dem Tage vereinigen könne, wo das­selbe diesen Fluss überschreiten würde. Die 82 Escadronen unter G. d. C. Grafen Wurmbrand sollten die Donau auf der Schiffbrücke bei Dubovac passiren und am 13. Juli zur Armee stossen. Als am 27. Juni die Artillerie von Wien auf der Donau in Belgrad angekommen war, brachen die dort versammelten Truppen (20 Ba­taillone, 17 Grenadier - Compagnien und 56 Escadronen) sammt dem Hauptquartier am 29. in zwei Colonnen auf und erreichten nach einem, durch Moräste, unwegsame Gebirge und Wassermangel höchst beschwerlichen Marsche Uber Grozka, Lapova und Batocin am 9. Juli Jagodin. Am II. traf auch die Infanterie unter Schmettau und am 13. Wurmbrand mit der Reiterei ein. Erstere hatte auf Schiffen die Donau übersetzt, war am 2. Juli bei Passarowitz eingetroffen und marschirte am 5. die Mlava aufwärts über Kaliste bis Ravna (in der Gegend von Cuprija) am rechten Morava-Ufer, wo sie lagerte. Die Reiterei rückte am 13. zur Hauptarmee ein. Jetzt erst hielt es Feldmarsehall Seckendorf für angemessen, die Unterführer der Armee mit seinen Absichten bekannt zu machen und ihre Ansichten darüber zu hören. Nach dem Stande der Dinge blieb indess wenig mehr zu thun übrig, als den Thatsachcn Rechnung zu tragen, und so wurde denn auch in einem am 10. Juli in Gegenwart des Herzogs Franz von Lothringen abgehaltenen Kriegsrathe der Ope­rations-Plan Seckendorfs angenommen und die noth wendigen Vor­kehrungen zur Durchführung desselben beschlossen. Am 11. sollte sich die Armee bei Páráéin sammeln, um am nächsten Tage die Grenze zu überschreiten, zu welchem Zwecke bei Ravna mittels der eisernen Pontons zwei Brücken über die Morava geschlagen wurden. Mittlerweile hatte Rittmeister Graf Pratta die Kriegserklärung nach Nissa zu bringen und hiebei sowohl das zu durchziehende Terrain, als auch die Festungswerke nach Thunlichkeit aufzunehmen und die Stimmung der Bevölkerung zu sondiren.

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