Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (1876)
Österreichs Kriege seit 1495. Chronologische Zusammenstellung des Schlachten, Gefechte, Belagerungen etc., an welchen kaiserliche Truppen auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen entweder allein, oder mit ihren Alliirten theilgenommen haben - Heinrich Du Val Graf von Dampierre, Freiherr von Mondrovillia, kaiserlicher General-Feldwachtmeister, Kämmerer, Kriegsrath, Ritter des Ordens de Santa Militia und Oberst-Inhaber eines Cürassier-Regiments. Ein Beitrag zur Geschichte der I. Periode des dreissigjährigen Krieges
84 Heinrich Du Val Graf von Dampierre. Stephan Pálffy, sowie einigen anderen Vornehmen und Bürgern in der Stadt unterhielt, Hessen einen glücklichen Ausgang möglich erscheinen. Zu der beabsichtigten Überrumpelung wurden nun eitrigst Petarden und anderes „Feuerwerk“ hergerichtet und folgender Plan entworfen. Ein Theil der zu dem Unternehmen bestimmten Truppen sollte mittelst Schilfen auf der Donau nach Pressburg herabfahren, unterhalb Theben landen und also auf dem linken Ufer sich der Stadt nähern. Der andere Theil sollte dagegen zu Lande die Strasse über Hainburg am rechten Ufer einschlagen und über die Schiffbrücke zu dem Platze zu gelangen trachten. Der Angriff sollte gleichzeitig um Ein Uhr nach Mitternacht stattfinden. Die auf den Schiffen — 40 an der Zahl — einbarkirte Truppe bestand aus dem ganzen Anhalt’schen Fuss-Regimente; auch befanden sich auf selben die Petarden und einige Stücke. Die Leitung hatte sich hier Dampierre selbst Vorbehalten; mit ihm waren die Grafen Montecuccoli, Colloredo, Ernst von Hohen- zollern, Don Pedro Aldobrandino und der Oberstwachtmeister Gallas eingeschifft. Zu Lande marschirten die beiden Infanterie-Regimenter Collalto und Colloredo, sowie die zur Verfügung stehende Reiterei, etwa 2000 Mann. Diese Truppe stand unter den Befehlen Rambold Collalto’s und des Obersten Du Fours, eines Kampfgenossen Dampierre’s im Uskokenkriege. Die Ausserachtlassung Dampierre’s, sich ohne des Stromes kundige Schiffleute einzuschiffen, sollte gleich Anfangs üble Folgen nach sich ziehen. Noch an demselben Abend — es war am 8. October — und am hellen Tage, als die Schiffe die äussere lange Wiener (Tabor-) Brücke passirten, scheiterte an derselben ein Schiff, welches mit Stücken und Munitions-Vorräthen beladen war; die darauf befindlichen Leute, Ingenieurs und Mannschaft ertranken. Eine kurze Zeit später scheiterte ein zweites Schiff mit 100 Mann und mehreren Pferden; auch hier ging der grösste Theil leider zu Grunde; endlich strandeten eben wegen des berührten Mangels an Schiffleuten noch mehrere andere Boote, theils auf den Sandbänken, theils am Ufer. Obschon dieses Unglück gleichsam als ein böses Vorzeichen des Unternehmens angesehen werden konnte, die Umgebung Dampierre’s ihrem Feldherrn auch eindringlich von demselben abzustehen anrieth, da „solchergestalt die Impresa schwerlich ihren Fortgang gewinnen würde“, Hess sich dieser doch nicht in seinem einmal gefassten Entschlüsse wankend machen. Er gab nur zu, dass sein Schiff und die unmittelbar folgenden Boote oberhalb Hainburg anlegen sollten, um zu sehen, ob nicht etwa doch noch einige andere wieder flott geworden und nachkommen würden. Man hatte die Freude, auch wirklich nach und nach wieder Schiffe anlangen zu sehen.