Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (1876)

Österreichs Kriege seit 1495. Chronologische Zusammenstellung des Schlachten, Gefechte, Belagerungen etc., an welchen kaiserliche Truppen auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen entweder allein, oder mit ihren Alliirten theilgenommen haben - Heinrich Du Val Graf von Dampierre, Freiherr von Mondrovillia, kaiserlicher General-Feldwachtmeister, Kämmerer, Kriegsrath, Ritter des Ordens de Santa Militia und Oberst-Inhaber eines Cürassier-Regiments. Ein Beitrag zur Geschichte der I. Periode des dreissigjährigen Krieges

74 Heinrich Du Val Graf von Dampierre. ginne des 30jährigen Krieges vor dem Auftreten Wallenstein’s gehabt hatte, und es wollte das Geschick, dass sie Beide ihr Heldenleben auf dem Felde der Ehre beschlossen, der Erstere vor Neuhäusel, der Letztere vor Pressburg. Das Andenken an diesen, speciell an den ruhmvollen Abschluss seiner ehrenvollen kriegerischen Laufbahn aufzufrischen und also erneut zu ehren, war die hier gestellte Aufgabe. Leider standen hiezu nur spärliche und zerstreute Daten zu Gebote, welche man jedoch, um ein historisch möglichst treues Bild zu liefern, gewissen­haft zu sichten und zu einem geordneten Ganzen zu vereinbaren bemüht war ‘). Heinrich Du Val Graf von Dampierre entstammt einer uralten adeligen Familie, die ursprünglich ihren Sitz in Schottland hatte und später nach Frankreich, und zwar in die Champagne auswanderte. Hier auf dem Familienschlosse Du Hans (Departement Marne, etwa L5 Meile westlich von St. Ménehould) ward er im Jahre 1580 ge­boren. Frühzeitig die kriegerische Laufbahn betretend, soll er zuerst dem Könige Philipp IV. von Spanien wider die Holländer gedient haben, verhess aber — Ursache und Zeit lässt sich nicht erheben — bald die spanischen Reihen. Dampierre wendete sich nach Österreich, wo die Kämpfe mit den Türken schon gar viele kriegslustige und thatendurstige Männer angelockt hatten. Thatsache ist es, dass er schon im Jahre 1601 hier um eine Anstellung im Heere angesucht, die ihm aber — 22. April — wegen einer an einem seiner Begleiter began­genen Gewaltthat vorerst nicht gewährt wurde; es glückte ihm dies jedoch schon wenige Monate später, da ihm auf Befehl Kaiser Rudolf’s der Hofzahlmeister „wegen seines ansehnlichen Commandos 200 fl. als „ajuto di costa“ auszahlen musste. Wenig über 20 Jahre alt, befand sich Dampierre als Oberst bei der Armee des bekannten Generals Basta in Siebenbürgen, der im März 1602 dem Kaiser Rudolf II. Meldung erstattet, dass er den Grafen Dampierre und Beck die Besetzung von Lippa und Geneum anbefohlen habe. Er zeichnete sich im nächsten Jahre — 1603 — dadurch aus, dass er am Eisernen Thor-Pass die Trümmer einer türkisch - tatarischen Heeres - Abtheilung des Moses Székely schlug. 1604 befehligte Dampierre eine grössere Abtheilung und besiegte mit ihr den schon damals nach der Herrschaft in Siebenbürgen strebenden Bethlen Gábor bei Temesvár, der sich auf der Flucht mit Mühe durch Schwimmen über die Temes rettete. Von diesem Siege gab der Erzherzog Mathias in Wien dem Kaiser nach Prag unterm 30. September Nachricht. J) Die vorliegende Arbeit kann gleichzeitig als Seitenstück zu der vor Kurzem erschienenen biographischen Skizze Bucquoi’s vom Freiherrn von Weyhe -Einke dienen.

Next

/
Oldalképek
Tartalom