Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (1876)
Die Schlacht von Königgrätz
Die Schlacht von Königgrätz. 43 einen langen, nur etwa 20 Schritt breiten Streifen; die hauptsächlich mit den Dragonern fechtenden, noch sieghaften Cürassiere giengen zwischen preussischer Infanterie, Halb-Bataillon Melchior, und dem Dorfe durch, wobei sie von der 12. und 9. Compagnie der brandenburgischen Füsiliere beschossen wurden, und ihnen die 4. Uhlanen-Escadron in die Flanke fiel. Eine bedeutende Anzahl Cürassiere fiel oder wurde gefangen genommen.“ „Die Hauptmasse der Brigade Windischgrätz aber verschwand in grossem Bogen nach links ausweichend, mit der Richtung auf Rosnic, und jagte dabei im schärfsten Tempo durch das Intervalle der Brigade Abele zurück, welche durch diese mit rücksichtsloser Vehemenz zurückeilenden Reitermassen unter den Augen Benedek’s in die schwierigste Lage gerieth. Der nach Langenhof weiter stürmende rechte Flügel der Cürassier-Brigade Windischgrätz wurde durch preussische Infanterie, Artillerie und Cavallerie fast gänzlich vernichtet.“ „So blieb denn von zwei kaiserlichen Cavallerie-Divisionen nur noch die Brigade Mengen kampffähig. Mit dem Regiment Alexander- Uhlanen auf dem linken, Bayern-Cürassiere auf dem rechten Flügel des 1. Treffens und mit dem Regiment Neipperg-Cürassiere im 2. Treffen als Reserve ritt sie östlich von Problus dem 1. Garde-Dragoner-Regiment entgegen. Dieses warf sich unter Oberstlieutenant von Barner auf die Division Pulz von Alexander-Uhlanen. Mit heftigem Zusammenstosse trafen sich die Reiterlinien in der Tiefe nördlich der Wiesenniederung derart, dass beide linke Flügel debordirten. Sie durchbrachen sich gegenseitig und wogten in kurzem Einzelkampfe hin und wieder; dann wurde der umfasste rechte Flügel der Uhlanen gegen die Südwestspitze von Stfesetic getrieben, während ihr linker Flügel sieghaft gegen Problus vorstürmte. Hier empfing sie die Batterie Caspari auf 30 Schritt Entfernung mit Kartätschen. Dennoch gieng ein Theil derUhlanen durch die Batterie hindurch und ritt noch mit solcher Gewalt in die aus einer Schwadron der rheinischen Uhlanen bestehende Bedeckung, dass auch diese im Getümmel mit fortgerissen wurde.“ „Der Angriff der Blücher-Huszai’en hatte sich gegen das Cüras- sier-Regiment Bayern gerichtet und dasselbe noch vor seiner vollen Entwicklung erreicht. Der Choc reussirte vornehmlich durch ein geschicktes Flanken-Manöver der zurückgehaltenen 3. Escadron. Die Cürassiere geriethen in Unordnung, und als sie die Alexander-Uhlanen, den linken Flügel des 1. Brigade-Treffens, geschlagen sahen, eilten sie, eine Zeit lang von den Pommern und zum Theil auch von Schwadronen des eben jetzt anlangenden 1. Garde-Uhlanen-Regiments verfolgt, zurück und verhessen das Gefechtsfeld. Das 2. Treffen der Brigade Mengen, das Regiment Neipperg-Cürassiere, kam erst nach Ent-