Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (1876)
Die Schlacht von Königgrätz
44 Die Schlacht von Königgrätz. Scheidung des Gefechts heran, wurde von dem Kartätschfeuer der Batterie Caspari und einer Salve der 5. Compagnie des 12. Regiments empfangen und verzichtete unter diesen Umständen auf jedes Eingreifen. Es gieng auf Rosnic zurück, und auch die in Reserve folgende 2. Division der Alexander-Uhlanen zog nach nicht unbedeutenden Verlusten durch Kartätschfeuer ab, ohne thätig geworden zu sein.“ „Se. Majestät der König von Preussen, welcher dem Reitergefecht beigewohnt hatte, schrieb darüber folgenden Tags an die Königin, dass die österreichischen Cürassiere und Uhlanen total cul- butirt wurden.“ „Wir sind in den Hauptsachen der Darstellung des preussischen Generalstabes gefolgt; in dem Werke des k. k. Generalstab s- Bureau’s für Kriegsgeschichte ist die Schilderung obiger, nach österreichischer Auffassung durchweg siegreichen Reitergefechte von einer trockenen Kürze, welche so ruhmreichen Thaten gegenüber befremdet und namentlich auffallend contrastirt mit der schönen Wärme, welche die Darstellung viel geringerer Episoden der Kämpfe in Italien erfüllt. Statt dessen ist eine auffällige Neigung erkennbar, alles positive Detail zu vermeiden; aber ohne solches überzeugen auch noch so schroff hingestellte Behauptungen keinen unbefangenen Leser. Wir erinnern daran, dass das Werk des Obersten v. Besser: „Die preussische Cavallerie in der Campagne 1866“ , welches in den meisten Fällen das Gegentheil von dem behauptet, was das Werk des k. k. Generalstabes aussagt, durch die „Österreichische Militär-Zeitung“ grossentheils abgedruckt worden ist, aus- gesprochenermassen um Entgegnungen der cavalier ist i- schen Kreise Oster reichs her vor zu rufen, — aber es ist Alles still geblieben etc.“ (pag. 385 bis 408). Gemäss dieser Darstellung der Reiterkämpfe bei Langenhot- Stfesetic und ihres Commentars verzichtet also der Verfasser auf jedes selbständige Urtheil und theilt den Standpunkt Derjenigen, welche die Behauptung aufstellen, dass: 1. Die österreichische Cavallerie total culbutirt wurde; 2. die in dem Wei'ke des österreichischen Generalstabes enthaltene Lesart: das Cürassier-Regiment Kaiser Ferdinand sei überhaupt gar nicht zur Action gelangt, nicht richtig sei; 3. der Bericht des preussischen Generalstabes nicht allein über die Leistungen und die Thätigkeit der eigenen, sondern auch über jene der österreichischen Cavallerie mehr Glauben verdiene als der des k. k. österreichischen Generalstabes, weil die nach Auffassung des letzteren durchweg siegreichen Reitergefechte der Österreicher in Folge Vermeidung alles positiven Details von einer trockenen Kürze seien.