Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (1876)

Die Schlacht von Königgrätz

42 Die Schlacht von Königgrätz. Zahl von Leuten und Pferden auf dem Platz lassend, wendeten die Cürassiere sich fliehend in schärfster Carriére nach Süden. Hier in­dessen trafen sie wieder auf Zieten-Huszaren, prallten auseinander, machten meist linksum Kehrt und jagten nordostwärts. Dann nahmen sie plötzlich die Richtung auf Rosnic und Bi-iza und richteten hier die unheilvollste Verwirrung an, indem sie als dichter Schwarm in die Colonnen der abmarschirenden Sachsen einbrachen und Alles niederritten, was ihrer Flucht entgegenstand. So war denn eine der drei österreichischen Reserve-Cavallerie-Divisionen, die des Prinzen von Holstein, zurückgewiesen“ (pag. 390 bis 394). „Die Cavallerie-Division Coudenhove näherte sich dem Dorfe Stresetic, in dessen Umgebung 3 Schwadronen des neumärkischen Dra­goner-Regiments waren. Mit einem Abstande von 800 Schritten folgten die Österreicher den Preusssen, in ruhigem Trabe, beständig im Feuer der am B fiz er Walde aufgestellten preussi- schen Infanterie und Artillerie. Jetzt marschirte die Téten- Brigade Fürst Windischgrätz auf, und als die Neumärker plötzlich Front schwenkten und deployirten, stand ihnen das Cürassier-Regiment Prinz Carl von Preussen in Front, das Cürassier-Regiment Graf Wrangel in Divisionen auf den Flügeln folgend, gegenüber. Die Brigade Mengen folgte der Brigade Windischgrätz in Regiments-Zugs-Colonnen, Bayern-Ctirassiere rechts, Neipperg links. Die 1. Division Alexander- Uhlanen sollte als Offensiv-Flanke eingreifen, die 2. bildete eine Reserve.“ „Geschlossen wie eine Mauer bergauf galopirend, kamen die Cürassiere heran; da warfen sich ihnen die Neumärker entgegen, und ihr auf 150 Schritt erfolgender Choc traf die Mitte des Gegners in schräger Richtung mit solcher Vehemenz, dass sich die vorderen Linien gegenseitig durchbrachen. Es trat ein kurzer Moment der Stille ein, und nun entstand ein gewaltiges Gemetzel.“ „Das Feuer der brandenburgischen Füsiliere und der Batterie Munk richtete sich nun auf die nachfolgenden Staffeln der österreichischen Cavallerie-Division und zwang diese, d. h. die ganze Brigade Mengen, Kehrt zu machen. Die 8 Schwadronen der Brigade Windischgrätz blieben im Gefecht mit den 3 neumärkischen Escadronen zurück. Das 2. brandenburgische Uhlanen-Regiment näherte sich jetzt östlich von Stresetic dem Gefechtsfelde, marschirte aus der Zug-Colonne auf, attakirte und warf sich auf den Feind. Dies Ein­greifen der Uhlanen entschied den Kampf.“ „Die linken Flügel-Abtheilungen der Regimenter Prinz Carl von Preussen und Graf Wrangel geriethen in das volle Feuer preussischer Infanterie und der Batterie Munk. Sie wurden daher zuerst vollständig geworfen und zur schleunigsten Umkehr veranlasst, bevor sie einhauen konnten. Das Übrige wandelte sich in

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