Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (1876)

Die Schlacht von Königgrätz

Die Schlacht von Königgrätz. 41 auch die Stadion-Cürassiere, welche das decimirende Infanteriefeuer von Langenhof aus ihrem Handgemenge mit den neumärkischen Dragonern gelöst hatte, das blutige, ihrem heldenmüthigen Reiterstreben so ver- hängnissvoll gewordene Schlachtfeld. Die Huszárén verfolgten bis Rosnic. — Die Österreicher sind überaus geneigt, das Factum, nicht nur dieser Attaké, sondern überhaupt jedes Engagement der Ferdinand-Cürassiere zu ver­tuschen. Früher erklärten ihre Zeitschriften den Angriff dieses Regiments für eine blosse „Schein-Attaké“; dann brachte das officielle Werk: „Österreichs Kämpfe“ sogar die Lesart: jene Cürassiere seien überhaupt gar nicht zur Action gekommen, weil sie rechtzeitig die Absicht gemerkt hätten, sie in das Infanterie-Feuer von Lipa und L an gen h of zu locken. — Während der Verfolgung des Regiments Kaiser Ferdinand erschien in der linken Flanke eine neue Cürassier-Linie : das Regiment Hessen. In Folge seiner Annäherung gab der General Hann v. Weyhern für seine Person die Verfolgung der Ferdinand- Cürassiere auf, um Gegenmassregeln zu treffen. Vom Regiment Zieten- Huszaren hatten sich 21/2 Schwadronen inzwischen wieder einiger- massen rallirt und hielten in einer kleinen Wiesensenkung mit dem linken Flügel bei Langenhof. Nordöstlich der Schäferei waren ungefähr l‘/2 Escadronen des 4. Uhlanen-Regiments gesammelt. Diese erhielten den Befehl, die vorgehenden Cürassiere in der rechten Flanke anzu- greifen, während die Zieten-Huszaren in der Front bleiben sollten. In kurzem scharfen Galop kam das Regiment Hessen durchaus ruhig und vorzüglich geschlossen an, so dass General Hann seinen Adjutanten auf die so treffliche Haltung aufmerksam machte; die Officiere hatten sich in der Front auf­nehmen lassen, und man hörte sie den Leuten zurufen: „Zusammen! Zusammen!“ Unsere pommer’schen Uhlanen begrüssten die in einiger Entfernung vorübergehenden Cürassiere mit lautem Hurrah! Die kaiserlichen Reiter jedoch folgten den noch nicht völlig geordneten und daher langsam zurückweichenden Huszaren-Schwadronen und blieben also in der einmal angenommenen Richtung, obgleich sie dadurch ihren Rücken preisgaben.“ „Dies benutzten die Uhlanen sofort und warfen sich in voller Carriére von hinten auf die festgeschlossenen Glieder. Der Stoss war so mächtig, dass sich alsbald eine Gasse durch die Cürassier-Mauer öffnete. Die 1. Schwadron ward auf die 2. geworfen, und nun kam es, jedoch nur wenige Minuten lang, zu einem stehenden Gefecht, an welchem sich auch eine Infanterie-Compagnie betheiligte, indem Hauptmann Liebelt vom Regiment Kronprinz gegen die rechte Flanke der Cürassiere zwei Salven und dann Schnell­feuer abgeben liess, was bei der sehr nahen Distanz von zer­störender Wirkung war. Die Reihen lösten sich, und, eine grosse

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