Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 8. (Wien, 1821)
93 XXXI. Hauptstück. VIII. Abschnitt. Nu tzen und Wirkungen der Räucherungen mit Mineral- Säure, und Arten dieser Räucherungen. Hkth. am 12. May 806. l 1087. ?> » 21, May 80b. E L»§>. Vorschrift zur Gewinnung der salpetersauren Dämpfe; der gemeinen saljfauren, und Ser sxygenirten faljsauren Dämpfe. Hkth. m «1. May 8»6.L 11S1. §. 8087. Um die Luft an Orten zu reinigen, welche durch das Zusammenwohnen zu vieler Menschen, durch die'Aufnahme zu vieler Kranken, durch faule, schädliche Ausdünstungen faulender, thierifcher oder vegetabilischer Substanzen inficirt sind, um das Gift und den Ansteckungsstoff bösartiger und ansteckender Krankheiten, fauliger Fieber, des gelben Fiebers, der Pest zu zerstören, und Gesunde vor der Ansteckung zu sichern, sind das beste, kräftigste und wirksamste Mittel die Räucherungen mit Mineral-Säuren. Sie sind also auch das beste Mittel, um inficirte Krankensäle und Lazarethe zu reinigen, und das in ihnen enthaltene Ansteckungsgift zu zerstören. Gehörig angewendet, äußern sie auf Gesunde und Kranke nicht nur keine widrigen, und in anderer Hinsicht schädlichen, sondern vielmehr in allem Betrachte wohlthätige Wirkungen, und befördern selbst die Heilung der mit bösartigen Fiebern behafteten Kranken. tz. 8088. Die Räucherungen mittelst der Mineral-Säuren können auf d re y fache Art veranstaltet werden, entweder: a) mittelst der Dämpfe der vollkommenen Salpeter-Säure; b) mittelst der Dämpfe der gemeinen concentrirten Salzsäure; oder e) mittelst der Dämpfe der über sau re n oder oxygenirten Salzsäure. §. 8089, Die salpetersauren Dampfe gewinnt man auf folgende Art: Man gießet in eine Glas-, Porzellan - oder Sreingutschale (zum Beyspiel in eine Kaffehschale) ein Loth starkes Vitriolähl, und rührt nach und nach 1 Loth fein pulverisirten Salpeter mit einem gläsernem Stabe (z. B. mit einem Stücke einer Barometer-Röhre) hinein; dabey entbinden sich schnell und in großer Menge blaßweiße salpetersaure Dämpfe, welche sich im ganzen Zimmer verbreiten. Das Gemisch wird von Zeit zu Zeit mit dem Glasstängel umgerührt, wobey die Entwickelung der Dämpfe wohl ein Paar Stunden fortdauert. Zuiveilen entwickeln sich hier den Lungen schädliche Dämpfe, welches dadurch vermieden wird, wenn alles Metall, Holz, Stroh und alle thierischen Substanzen von der Berührung der Masse ausgeschlossen werden, und auch die Hitze vermieden wird; deßwegen soll daS Vi- triolöhl vor der Mischung nicht erwärmt, und nie eine größere Menge, als oben gesagt wurde, in einem Gefäße vermischt werden. Wenn eine stärkere Räucherung nöthig ist, so müssen lieber mehrere Gefäße angewendet, auch nie die ganze Quantität an bewohnten Orten auf Ein Mahl zusammen gemengt, sondern die Mischung nach und nach verrichtet werden. Man entfernt daher auch vor der Räucherung alles Metall aus den Zimmern, Betten und Kleidern, so viel als möglich ist, und hürhet sich, die Dämpfe aus gewöhnlichen gla- sirren Töpfergeschirren zu entbinden. §. 8090. Die gemeinen salzsauren Dämpfe werden auf folgende Art gewonnen: Man nimmt vier Theile gut pulverisirtes gemeines Kochsalz, z. B. ein Loth, und fünf Theile, also fünf Quentchen starkes Vitriolöhl, Mischt diese in einem Glas-oder Porzellan- Gefäße eben so zusammen, wie bey dem vorigen gesagt worden, und rührt das Gemische mit einem gläsernen Stabe öfters um, wobey sich die weißlichen salzsauren Dämpfe in großer Menge und Stärke entbinden. Ist es nöthig, so darf man sich hier nicht scheuen, größere Quantitäten in einem Gefäße zusammen zu muchen; doch wird auch der nahmliche Erfolg bey Verwendung kleinerer Quantitäten in vervielfältigten Apparaten erlangt. Man darf sich keiner metallenen Gefäße oder Spateln bey der Entbindung der salzsauren Dämpfe bedienen. h. 809,. Zur Gewinnung der ox yg e n'i r ten salzsauren Dampfe werden fünf Theile gepulvertes Kochsalz, ein Theil gepulverter Braunstein, zwey Theile Wasser und drey Theile 1