Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 8. (Wien, 1821)

4 V 93 on der Reinigung der Krankenzimmer. starkes Vitriolohl genommen. Das Pulver des Braunsteines und des Kochsalzes reibt man sorgfältig unter einander, bringt das Gemenge in eine Schale aus Glas, Porzellan oder Steingut, setzt zuerst das Wasser hinzu, und dann das Vitriolohl. Sind an dem Orte, wo dieses geschieht, Menschen zugegen, so darf das Vitriolohl nicht anders, als langsam und tropfenweise zu der übrigen Mischung hinzu.gefügt werden. Dieses bewerkstelliget man leicht, wenn man einen gläsernen Trichter mit einer sehr engen Endspitze über der Mischung des Salzes und Braunsteines anbringt, aus welchem das Vitriolohl nur tropfenweise herab fließt. Ist der Ort menschenleer, so schüttet man die Vitriolsäure auf Ein Mahl zu, und hüthet sich dabey nur, mit Mund oder Nase zu nahe darüber zu kommen, und verläßt das Zimmer, welches auf einige Stunden verschlossen bleibt; denn hier entwickeln sich die Dampfe plötzlich mit der größten Gewalt, wodurch sie auf die Lungen der Menschen sehr nachtheilig wirken, und die heftigsten Erftickungszufälle herbey führen könnten. §. 8092. Man kann diese Dämpfe auch folgender Maßen mittelst einer Art Dampfgläser berei­ten, und zwar als größte Sorte nimmt man für große Säle ein starkes weißes Zuckerglas, welches wenigstens drey Seitel, höchstens aber Ein Wiener Maß enthält, gießt in dasselbe Salpeter-Saure, ein Viertel-Seitel oder sieben Loth Salzsäure, dann fünf Quentchen gepul­verten Braunstein hinein, verstopft es sogleich mit einem guten Korkstöpsel, der mit Oehl und Wachs heiß getränkt ist, und mit einem Leder oder einer Blase fest verbunden wird, um es an dem Orte der Anwendung wieder zu öffnen. Sollte ein sehr großer Raum oder ein sehr gefährlicher Ort beräuchert werden müssen, so sind mehrere dergleichen Gefäße anzuordnen. h. 8og3. Als kleinere Sorte nimmt man ein den vorigen ähnliches starkes Glas, welches einen weiten Hals und einen gut schließenden Glasstöpsel hat, und welches wenigstens ein großes Seitel bis höchstens y2 Wiener Maß enthält, und mischt in dasselbe nach voriger Art: 4 Loth Salpeter-Säure, 3 Loth Salzsäure, 2 Loth pulvensirten Braunstein,und schließt sogleich das Gefäß mit dem Glasstöpsel fest zu. Personen, welche sich zunächst mit angesteckten Personen oder Stoffen beschäftigen müssen, können die Gefahr der Ansteckung für sich vermindern, wenn sie von Zeit zu Zeit mineralsaure Dämpfe um sich entwickeln. Diese s geschieht mittelst starker Fläschchen, welche den erstbeschriebenen gleichen, nur daß sie viel kleiner sind, und etwa einen Rauminhalt von 2% Kubik-Zoll in sich fassen, und welche man in einer hölzernen Capsel bey sich trägt. In das Fläschchen gibt man 56 Gran fein pulverisirten Braunstein, und von reinem Salpeter und Salzsäure zu gleichen Thellen so viel, daß von dem Fläschchen nur ein Drit­tel voll wird. So oft man nun Dämpfe um sich entwickeln will, öffnet man das Fläschchen, und schließt es dann wieder. Bey Anwendung dieser Gläser ist noch zu bemerken, daß 1. Diese vorräthigen verschlossenen Gläser so viel möglich an kühlen und finsteren Orten, am besten im Keller, aufbewahrt werden. 2. Daß das Oeffnen der Gläser an dem Orte der Bestimmung vorsichtig, mit zurück ge­haltenem Gesichte, und nie zu nahe an einem Krankenbette oder an dem Kopfe eines Menschen geschehe, um nicht zu viel Dampf auf Ein Mahl zu empfangen. 3. Muß das Gefäß so lange an dem zu reinigenden Orte stehen, bis der Geruch überall deutlich bemerkt wird. Sobald er aber anfängt, den anwesenden Menschen lästig zu werden, muß das Glas verschlossen, und wieder an seinen Aufbewahrungsort oder in ein anderes Zimmer, das gereiniget werden soll, getragen werden. Gewöhnlich sind 5 bis 10 Minuten des Offenstehens hinlänglich: an menschenleeren Orten aber können sie nach Gutdünken stehen gelassen werden. Jfntventwng großer un& bee Heineren iDantpfglafer. Sjftb. tlttn. 806. L 2151.

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