Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 8. (Wien, 1821)

i o5 Warum Mcdicamenten-De- pots zu errichten sind. Hkth. am-6. Apr. öiS. L 1740. Von dem Medicamenten-Wesen, und der Vorsorge für Ärzeneyen. habenden Medikamenten versehen werden, theils werden die Transporte in und aus den rück­wärtigen Erblanden fast immer in der Lage seyn, ihre Kranken in Spitäler, auf der Marsch- Route gelegen, abgeben, oder im Nothfalle ärarische Arzeneyen fassen zu können. Man fin­det daher, daß für solche Fälle ernstlich auf Ordnung zu halten, und nur bey streng erwie­sener unvermeidlicher Nothwendigkeit die Abnahme von Arzeneyen vom Civile durch einen Transports-Führer für statthaft anzunehmen sey. Für die wenigen Falle, die alsdann noch Vorkommen können, wird die Sanitäts - Direction die erforderlichen Auskünfte ani leichteilen durch Einvernehmen mit der betreffenden Sanitäts - Direction jedes Landes verschaffen können. tz. 8145. Die Feld-Apotheken der Garnisons-Spitäler sind mit denselben in ei­nem und demselben Orte stabil untergebracht, und das dazu erforderliche Personal wird im­mer nach dem Umfange und nach der mehreren oder minderen Ausdehnung der zu besorgen­den Dienstesobliegenheiten bestimmt und bemessen. Die für .ie Feldspitäler gewidmeten Feldspttals-Apotheken sind eigens dergestalt con- struirt, daß sie den Spitälern nachgeführt, auch jeden Orres aufgestellt werden können, und demnach alles dasjenige zu leisten vermögen, was von einer stabilen Apotheke gefordert wer­den kann. Jede solche Apotheke ist mit vier Pferden bespannt, und erhält zur Fortbringung verschiedener Erfordernisse drey vierspännige, dann zum Fortkommen des Personals einen zweyspännigen Leiterwagen, welches letztere aus einem Senior, zwey Subjecten und zwey Laboranten zu bestehen hat. tz. 8,46. In dem Haupt-Quartiere des commandirenden Generals ist unumgänglich eine beweg­liche Feld-Apotheke nothwendig, welche sich bloß auf die Magistrale Arzeneyabgabe beschränkt; sie muß daher so eingerichtet seyn, daß sie bey jeder Gelegenheit mit dem Haupt-Quartiere ungehindert sich vor-und rückwärts bewegen kann; sie ist aber von der Spitals-Apotheke einzig dadurch unterschieden, daß ihr statt zweyer Subjecte nur eines, und statt des zweyspän­nigen Leiterwagens eine ebenfalls nur mit zwey Pferden bespannte Calesche beygegeben wird. §. 8147. Damit in Kriegszeiten die Arzeneyerfordernisse für die Truppen und Feldspitäler am schicklichsten zu Händen gebracht werden können, werden ein Feld-Medicamenten- H a u p t - Depot und zwey Filial-Medicamenten- Depots aufgestellt. Aus dem letzteren haben alle Feldspitäler und die ganze Armee ihre jeweiligen Arzeneyerforder- nisse abzusaffen, und es muß daher hinter einem jeden Flügel der Armee eines der zwey Fi- lial - Depots in einer Distanz von 8 bis 10 Mellen zu stehen kommen. 8148. In einer gleichen Entfernung von diesen Filialien soll das Haupt-Medicamenten - De­pot sich befinden, damit die ersteren von daher den Ersatz für die abgegebenen Arzeneyen und ‘ Requisiten an sich bringen können. Alle Medicamenren-Erfordernisse der ganzen Armee werden demnach theils mittelbar, theils unmittelbar aus dieser Quelle bezogen , und da auch in einigen Fällen Material - An­käufe und die Zubereitung der Arzeneyen bey dem Haupt - Depot besorgt werden müssen, so hat dasselbe während des Krieges bey einer Armee eben dasjenige zu leisten, was das Wie­ner Haupt-Depot in den Friedens - Stationen leistet. Die Fitial-Depots sollen der Armee bey größeren, vorwärts oder rückwärts machen­den Bewegungen folgen, welches nach Umständen auch rücksichtlich des Haupt - Depots mehr­mahl nothwendig wird. Indessen hängt dieses, so wie die jeweilige StatioMung dieser Depots, allemahl von dem Befunde und von der Bestimmung des Armee-General-Commando's ab. Die Mobil­machung des Haupt-Depots ist jedoch immer mit größerer Mühe und mehreren Beschwer­Ernchtung des Haupt-Me- dicamenten- Depots. Hkth. am,6.2ipr 81S. L 1740, Band Viii. 27 20ie bie Tlpotbtfcn 6er Ktfonä Spitaler mtiersirtrin; gen, unbtpte jene für bieg-eib: fpitäler mifjufübren fint>. ÍVtb- um 26.2fpr,8 i5. L 174®. 2Bie 6ic 5el6 s 2ipoti?efe iitt 5aupt-'£uiartiere béé commuu* btrenben ©enerulé ein^und^ ten ift. ijftb.«m26.2fpr.8i5.L 1740.

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