Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 8. (Wien, 1821)

102 Reinigung der bloß durch Stand verunreinigten, oder der mit Schweiß, Fett, Medicin rc. beschmutzten. dann der mit Ungeziefer verunreinigten Decken, so wie der bei) ansteckenden Krankhei­ten verwendeten Decke«. Hkth. am 2. Set. 808. w 163. rigen Vorsicht vorgenommen werden: daß ferner die abgesonderten Decken nie mehr, auch nicht bey der Transvortirung in die Betten-Magazine, unter einandergemischt werden ; und daß endlich den Berten-Magazinen genau angezeigt werde, zu welcher Claffe die zur Reini­gung überschickten Decken gehören. §.8i3o. Die bloß durch Staub verunreinigten Decken sind an heiteren warmen Tagen in den Sonnenschein zu legen, oder zu hangen, nach einiger Zeit, wenn nähmlich die Decken recht dürr sind, mit hölzernen Stöcken in freyer Luft auszuklopfen, hierauf abermahls in den Sonnenschein so zu legen, oder zu hängen, daß die Seite, welche vorher unten gelegen ist, oben zu liegen komme, und endlich nach einiger Zeit abermahls derb auszuklopfen. tz. 8131. Die mit Schweiß, Fett, Medicin rc. beschmutzten Decken bindet man an einem Ende an Stricke, und hängt sie durch zwey Stunden in schnell fließendes Wasser, damit der darin befindliche Schmutz erweicht werde; nach Verlauf dieser Zeit werden sie heraus genommen, von zwey Männern bald an den oberen, bald an den unteren Enden gefaßt, und mehrere Mahl recht schnell hintereinander in das Wasser getaucht, hierauf ausgewunden, dann auf's neue einige Mahl schnell in das Wasser getaucht, nochmahls ausgewunden, und endlich zum Abtrocknen aufgehängt. An Orten, wo keine Flüsse oder Bäche vorhanden, oder die vorhandenen Flüsse oder Bäche mit Eis bedeckt sind, ist die Reinigung dieser Decken durch Waschen auf die einfachste und wohlfeilste Art zu bewirken. §. 8182. Zur Reinigung der mit Ungeziefer behafteten Decken, in so fern nicht ein eigener Un­geziefer - Vertilgungs-Ofen in dem Spitale bestehet, nimmt nun eine Quantität Rauch­tabak, und zwar auf jede Decke ein Loth gerechnet, bindet ihn in einen leinwandenen Sack, hangt diesen in einen mit Wasser gefüllten Kessel, und läßt das Ganze einige Zeit kochen. Sobald der Tabak hinreichend ausgekocht ist, legt man die Decken eine nach der ande­ren in ein großes Gefäß, begießt jede derselben mittelst einer Gießkanne mit dem heißen Tabakswasser, und läßt sie einige Stunden liegen. Nach Verlauf dieser Zeit wird das Ge­fäß mit gemeinem reinen Wasser vollends angefüllt, und noch einige Stunden stehen gelas­sen. Hierauf werden die Decken durch einige Stunden in freye Luft gehängt (was ja nicht zu unterlassen ist, weil erst dadurch die Todtung des Ungeziefers bewirkt wird), endlich in reinem Wasser ausgeschweift, und zur Abtrockung aufgehängt. Bey den zweyblätterigen Decken, nahmlich bey jenen, welche aus zwey über einander gelegten und an den Enden zusammen gehefteten Blättern bestehen, ist zu bemerken, daß zugleich, als dieselben das erste Mahl aus der Bodung zum Aufhängen heraus genommen werden, der Spagat, womit sie geheftet sind, heraus gezogen, und die Blätter aus einan­der gelegt werden müssen. Nach ganz vollendeter Manipulation werden die Blätter wieder, wie vorher, über einander geheftet. v • §. 8133. Die bey ansteckenden Krankheiten verwendeten Decken müssen da, wo Walkmühlen bestehen, durch die Walke gereiniget, im fließenden Wasser rein ausgeschwemmt, an freyer Luft abgetrocknet, und hinreichend ausgelüftet werden. Wo aber kerne Walke in der Nähe ist, müssen sie im fließenden Wasser sorgfältig geschwemmt, in freyer Luft gut getrocknet, ausgelüftet, und dieses Verfahren wemgstens drey Mahl wiederhohlt werden. Nach dieser Reinigung durch die Walke oder durch Schwemmen muß erst noch die Räucherung nach der in de« oben bemerkten Paragraphen an die Hand gegebenen Verfah- rungsweise vorgenommen werden. Die zweyblätterigen Decken müssen vor der Räucherung aufgetrennt und aus einander gelegt werden. XXXI, Hauptstück. X. Abschnitt. Volt der Reinigung der Bett-Fournituren.

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