Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 6. (Wien, 1821)
s-xs XIX. Hauptstück. VII Abschnitt. Theile, wie z. B. Rückgrats), Rippe und so weiter, muß man mit Schonung behandeln, und selbst übetzdie Schenkel leicht hinfahren, den Arm nicht steif halten, sondern bey jedem Striche gehörig ausstrecken, und den Striegel nie hart aufdrücken. Dieses Geschäft muß sowohl mik der rechten als linken Hand verrichtet werden können. Man nimmt mit der Bürste den abgesonderten Staub, und reibt solchen an dem Striegel ab, dann fährt man mit dem Haartuche stark über den Körper, um die Haare glatt zu legen. Augen, Schlauch, Mähnen tmb Schweif müssen, letzterer vorzüglich mit warmem Wasser gewaschen, und die verwickelten Haare mit den Fingern von einander gesondert werden» Die Maul- und Fußhaare soll man ausraufen, die Ohren monarhlich ein wenig, und bctinit zum Schutze gegen die Jnsecten noch immer das Nöthige vorhanden sey, unter gehöriger 'Aufsicht ausscheren, den Schweif stutzen, und sowohl die Schopfhaare, daß sie die Augen nicht einnehmen, als die über den Huf wachsenden Haare um. die Krone so schneiden,, daß der Huf davon nicht bedeckt werde.. Der Fessel und die Haarzote müssen besonders rein gehalten werden, weil sich der Schmutz am meisten an diesen Orten ansetzt, und Mauken erzeuget. Sollte sich ein veralteter Schmutz in der Mähne oder in dem Schweife angesetzt haben, so müßte zum Waschen Aschenlauge mit Seife angewendet werden. Auch die Hufe inüssen zwischen Sohlen und Eisen von fremden Körpern befre.yet, und der Strahl rein gewaschen werden. Hufe, die zur Trockenheit nemett, müssen, besonders im Sommer, manches Mahl einen Umschlag von Lehm und Wasser bekommen, und zu Zetten mit ungesalzenem Fette ein> geschinieret werden. Im Sommer soll ein Pferd oster im fließenden Wasser, aber nie in den Strom geführt, und hierbey auch die außer dem Wasser befindlichen Theile gewaschen werden. Nach dem Bade soll das Pferd in eine mäßige Bewegung gesetzt, und auf der Oberfläche des Körpers abaerieben werden. Dieses Reiben ist oft nothwendig, wenn das Pferd erhitzt war, und der Schweiß trocken geworden ist. Im Winter soll dem Pferde, besonders in kalten Stallungen, die Decke aufgelegt, und ein vom Schweiße feuchter Kotzen ntcht eher dazu verwendet werben, bevor er nicht- gut getrocknet und ausgekkopft worden ist. Vor und nach jedem Tränken soll dem Pferde Heu vorgeworfen werden. Ein zu kaltes Luellwasser muß zuerst temperirt, ein schlechtes, lehmiges, wv möglich vorher abgelassen werden, indem man Kiessand, oder, wo es chunlich ist, gepulverte Holzkohlen hinein wirft, und so den Bodensatz bewirket. Ein scharf gerittenes oder sonst erhitztes Pferd soll weder gefüttert, noch getränkt, auch nicht gleich in den Stall, sondern einige Zeit herum geführt, und der Gurt, die Kinnketre, der Nasen- und Schweifriemen sollen nachgelassen und die Schopfhaare angezogen werden; auch hat es seinen großen Nutzen/ wenn man einem stark gerittenen Pferde die Füße mit Stroh reibt, damit keine Stockung der Säfte Statt habe, und die Ausdünstung befördert werde. Nie soll das Pferd an einen Acacien-Baum gebunden werden, weil die Erfahrung bewiesen hat, daß die Rinde,, die das Pferd gern naget, ihm äußerst schädlich und sogar tödlich sey. e) Durch die Nahrung. Hkth. <tm i. Sep. 807. i> » 3e. 3uß. 806, D ) 988. §". ÓSÓO. Ein guter Hafer ist großkernig , dünnhülsig, schwer^ geruchlos, und das beste Pferde- fütter. Ein gutes Heu erkennt man durch seine blaßgrüne Farbe, wenn es, mit Krautern und Blumen vermengt, balsamisch riecht, nicht schilfig, sauer, straubig, schimmelig oder sonst unrein ist. Jede Fourage muß vorläufig vom Staube gereiniget werden. Ist man gezwungen, verdorbenen schimmeligen Hafer zu füttern, so muß man ihn erst waschenz an der Luft trocknen, und bey der Fütterung mit etwas Salz vermengen, um die