Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 6. (Wien, 1821)
Von der Remontirung durch Beschäl- und Remontirungs-Departements. em pfangen, von dem anderen aber ausgenommen haben, obgleich beyde dieser Beschäler fruchtbar waren, weßwegen in diesem Falle gewechselt werden muß. §. 6o33, Die Stuten können auch, im Falle sie schon vier Mahl belegt worden waren, und den Hengst noch annehmen, ohne Weiters das fünfte und auch zum sechsten Mahle belegt werden; denn es ist falsch, wenn man alle die Stuten, welche so oft den Hengst annehmen, für so genannte Huren hält, weil es manchmahl der Fall ist, daß die Leute, welche die Stuten zum Belegen bringen, gerade den Zeitpunct, wenn der wahre Reib, welcher die Stute empfänglich macht, emgetreten ist, versäumen, und erst später darnach die Stute zum Belegen bringen, wo sie zwar den Hengst annimmt, der Sprung aber vergeblich ist. h. 6o3/j. Nach jedem Sprunge muß der Beschäler, wenn er schwitzet, mit Stroh abgewischt, und ihm hernach die Decke aufgelegt werden. Dann ist er in den Stall zu führen, wo Streu Kein acht wurde, damit er ausrasten kann; auch sind ungefähr durch eine halbe Stunde die Fenster und Thüren des Stalles geschloffen zu halten, bis er sich abgekühlet hat, wo ihm dann die Augen immer täglich zwey Mahl, der Schlauch und die Hoden mit frischem Wasser gelmde abzuwaschen sind. § . 6o35. Es tritt öfters der Fall ein, daß der Landmann für seine Stute einen Hengst verlangt, der dem Baue seiner Stute nicht angemessen ist ; der Unter--Officier hat deßweg n nicht etwa dem Landmanne mit Ungestüm,-oder grob zu begegnen, sondern im GegentheUe demsel-^ den auf die bescheidenste Art begreiflich zu machen, daß dieser Hengst, den er für seine Stute wünscht, ein schlechtes,— so wie umgekehrt, der hierzu angemessene Beschäler ein gutes Follen erzeugen wird, und wenn tann'ber Landmann dennoch bey seinem Verlangen beharren sollte, so hat der Unter-- Offtcrer die Stute lieber unbelegt fortzuschicken. Wie oft eine Stute belegt werden kann, bis sie empfängt. Hkth. am 3i.3«n. 704.0237. Abwaschung der Hoden und des Schlauches der Beschäler nach jedem Sprunge. Hkth. am 3l.Jän. 7L4.V .Z7. Wann ein LanCmann für seine Stute einen un.rngemes- senen Beschäler verlangt, so er mit Gelassenheit zurecht zu weisen. Hkth. «in 3,. Jan. 784. n *3.7. §. 6o36. Da alle Jahre der Fall ist, daß bey'dem Departement Hengste ausgemustert oder zu anderen Departements transferirt werden, zu deren Ersatz immer andere, durch Ankauf oder Transferirung von den Gestüten zuwachsen, von denen man nicht in der Kenntniß ist, welche Kraft sie im Belegen besitzen : so kann man bey den neu zugewachsenen Beschälern nicht eigentlich bestimmen, welche Anzahl Sprünge ein jeder zu- machen hat; weßwegen den Unter - Officieren aufzutragen ist , die größte Sorgfalt dara'.if zu verwenden, daß sie ihre beyhabenden Beschäler genau kennen lernen, was jeder zu leisten im Stande ist, wornach dann jeder Unter-OfficierUm ersten Jahre selbst bemessen muß, wie viele Sprünge jeder Beschäler in der Woche ohne Nachrheil machen kann. Es gibt z. B. Beschäler, welche alle Tage springen, und jeder Sprung fruchtbar ist, so wie auch andere, welche sonst von Körper gesund und gut sind, aber nur so viel Samen absetzen, daß sie erst über den zweyten oder auch nur den dritten Tag fruchtbar sind. Da die Fruchtbarkeit das Wesentlichste ist, so muß die Eintheilung dec Sprünge auf das pünctlichste berechnet werden, besonders da die unfruchtbaren Sprünge überdieß das Verderben des Beschälers zur Folge haben. §. 6087. Unterschiedliche Proben haben ein Mittel verschafft, welches die Fruchtbarkeit befördert, und daher hier angezeigt zu werden verdient , um allenfalls theils Versuche zu veranlassen, theils aber nicht gleich eine Stute , die nicht empfängt, ohne Weiters von rhrem Ziele, der Verpflanzung und Verbesserung, der Zucht, zu entfernen. Es ist daher das richtigste Mittel, eine kalte Sture zur Empfängnis; zu bringen, wenn man ihr, wie solche vom Beschäler besprungen wird, auf der Stelle zur Ader läßt, und nur eine halbe Portion Blut, wie sonst gewöhnlich ist, nimmt. Wird dann die Stute nun das erste Mahl trächtig, so braucht es bey den zukünftigen Beschälungen derley Vorkeh un.zen nicht mehr. Was der Unter-Officier an den neu zugewachsenen Beschälern hinsichtlich Cer Belegung und der Aruchkbarke.t zu beobachten hat. Hkth am3>. 2än. 784. D i3;. Mittel, kalte Stuten zur Aufnehnien zu bringen. Hkth am > 1. Map 792. d 2187. Band VI. 56 *