Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 3. (Wien, 1820)

Von dem Betten wesen. 567 Atens : Die Tonne muß luftdicht seyn, oder durch anzutreibende Reifen oder Einstreichen des Unschlittes oder der Glaserkütt wieder luftdicht gemacht werden, und hat einen oberen festen Boden, und auf der entgegen gesetzten Seite (nach unten) die Mündung ganz offen. Z tens: In dem oberen festen Boden ist ein Zapfenloch, welches von außen gehörig ver­stopft werden kann; nebst dem sind in diesem Boden der Tonne an vielen ver­schiedenen Punkten hölzerne Haken eingeschraubt, an welchen mittelst Bindfaden von erforderlicher Starke die zu reinigenden Stücke befestiget, so viel möglich ausgebreitet, und nicht zu dicht an einander aufgehä'ngt werden, damit die Räu­cherung überall hinreichend sich verbreite und durchdringe. 4tens: Die aufgehängten Stücke dürfen nicht tiefer herab reichen, als daß noch Raum übrig bleibe, eine Art von Rost ebenfalls durch Einhängen an seitwärts m den Tonnen einzuschraubende Hölzer anzubringen, und die Gegenstände vor dem Herab- hängen und Herabfallen zu verwahren, dann unter diesem Roste den Räucherungs- Apparat aufstellen zu können. 6tens: Dieser Räucherungs-Apparat kommt, wenn die Tonne ordentlich gepackt, und der Rost in derselben ängebracht ist, gerade in die Mitte eines wagrecht gestellten Untersatzes, welcher sich nach der Größe der Tonne zu richten hat, zu stehen; hierauf wird in diesen Untersatz etwa auf zwey Zoll hoch Wasser gegossen. Es geschieht in dem für den Räucherungs-Apparat bestimmten Gefäße die Mischung der Räucherungs-Materialien, und nach bewirkter Mischung wird die Tonne mit der offenen Mündung in den Untersatz gestellt. btens: Nun ist der Luft aller Eingang benommen; durch die sich entwickelnden Dämpfe wird die in der Tonne sich befindende Luft oben durch das Zapfenloch ausgetrieben, und dieses muß anfänglich durch einige Minuten offen gehalten, dann aber ver­stopft werden, welches zu der Zeit angezeigt ist, wo durch dasselbe nur Dämpfe aufsteigen.-ftens: Für den Gebrauch dieser Tonne sind wegen ihrer vorzüglichen Wirksamkeit auf die Zerstörung der Ansteckungsstoffe nur orygenirte Salzsäuren zur Räucherung anzu- wenden, und dann hat die Mischung bey einer vier - bis fünftimerigen Tonne zur Be­reitung der Dämpfe in vier Loth Kochsalz, einem Loth Braunstein wohl zusammen ge­rieben, dann in zwey Loth Vitriol-Oehl, mit einem Loth Wasser gemischt, zu bestehen. B ey einem größeren Maßstabe der Tonne vergrößert sich verhältnißmaßig die Mischung der Räucherungs-Materialien. Lteris: Die Beurtheilung, wie lange die Tonne geschlossen und die zu reinigenden Ge­genstände der Dämpfe ausgesetzr seyn sollen, richtet sich nach der Dichtheit der Gegenstände und nach dem Grade der Verunreinigung. Die Bestiinmung der Zeitdauer bleibt dem die Reinigung leitenden Arzte überlassen, welcher dabey von dem Grundsätze auszugehen hat, daß die Vorsicht eher zu weit getrieben, als irgend vernachlässiget werden darf. Die Dauer von 24 Stunden wird indessen wohl als die längste angenommen werden können. In außerordentlichen Fällen ist die Räucherung zu wiederhohlen. «.stens: Bey dem Reinigungsgeschäfte ist von dem Arzte, der dasselbe leitet, auf das genaueste darauf zu sehen, daß bey den manipulirenden inficirten Gegenständen mit der größtmöglichsten Vorsicht zu Werke gegangen werde, um jede weitere Verunreinigung und etwannige Verbreitung der Ansteckungsstoffe zu verhüthen. Doch dürfen die gereinigten Gegenstände aus der Tonne nur von solchen Arbei­tern genommen werden, welche ihre Hände vorher sehr wohl und sauber gewa­schen haben, und durchaus keine neue Verunreinigung besorgen lassen.

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