Zs. Kakuk , I. Baski (Hrsg.): Kasantatarische Volksmärchen: Auf Grund der Sammlung von Ignác Kúnos.

Texte

91 gann zu vernichten, der Feind hatte keine Soldaten mehr. "Von irgendwo kam ein Ritter, keiner kann seinen Schlagen widerstehen, er gibt nicht einmal die Möglichkeit, die Augen zu öffnen", schickte man die Kunde an Padischah Zal. Der Padischah sagte: "Was für ein Mann kann das sein, ich gehe und sehe sofort nach", denn er glaubte nicht den Worten seiner Leute, liess ein Pferd satteln und ritt davon. Er kam zu seinen Soldaten, doch alle waren sie schon vernichtet. Padischah Zal wusste nicht, was tun, er konnte auch den Ritter nicht sehen, denn der Ritter hat sein Ross auf die Weide gejagt und er selber ruhte auf dem Rücken liegend mit seinen restlichen Soldaten. Sie berieten, dass sie mit den restlichen Soldaten gehen und den Padischah Zal, seine Frau und Kinder, seine Hühner und Hähne holen müssen. Sie erhoben sich von ihrem Platzt ,[102] sassen auf die Pferde auf und begannen mit der Verfolgung. Als Padischah Zal diese sah, kehrte er zurück und setzte sich auf seinen Thron. Es ver­ging nicht viel Zeit, da haben sie die Stadt umkreist und begannen, das Schloss mit den Pfeilen zu beschiessen. Da einige Pfeile auf den Thron fielen, steckte Padischah Zal eine weisse Fahne auf das Schlossdach und liess wissen, dass er sich ergibt. Diese gingen herein, nahmen den Padischah zusammen mit dem Thron gefangen, das Schiessen mit Pfeilen wurde unterbrochen und die Soldaten versammelten sich. Das Heer wurde sofort zur Rast entlassen. Auch der Padischah war sehr müde, da er sich inzwischen nicht zur Rast gesetzt hat. Padischah Zal Uberliess ihm seinen Thron und sich mit seinem ganzen Volk unterwerfend hielt er ein grosses Gelage. Ein Wort gab das andere, sie begannen einander auszufragen. Padischah Zal sagte: "Welch ein trapferer Ritter bist du, bis heute habe ich von keinem dir ähnlichen Padischah gehört." Der Jüngling erwiderte: "Nun, ich war jener Junge, dessen Pfeil durch den Schornstein in das Schloss fiel und als ich über­legte, wie ich meinen Pfeil herausholen soll, sprach ein Mann aus dem Inne­ren des Schlössen zu mir. Er sagte, wenn ich die Tür öffnen könnte, würde ich meinen Pfeil bekommen. Ich sprang hin und her, konnte aber nicht öffnen, er erklarte mir, wo der Schlüssel ist." Padischah Zal konnte davon [103] kein Wort verstehen, erkannte den Jungen nicht. Da er schon sehr alt war, blieb in seinem Kopf nicht der alte Verstand, sein Eigenwille ist vergangen. Der Jüngling sagte noch sein Sprüchlein auf: "Ich ging und nahm den Schlüssel aus der Tasche meiner Mutter und öffnete das Schloss, der dort eingesperrte Alte ist ausgegangen. Ich schloss wieder ab, den Schlüssel brachte ich wieder und liess ihn in die Tasche meiner Mutter gleiten. Kurz danach wollte man den Alten hängen, ich wusste damals von nichts, und als das Volk zusammen­kam und man das Schloss öffnete, war der Alte weg. Der Padischah wurde zornig, rief seine Frau und wollte ihr den Kopf abschlagen. Ich gestand meine Schuld, rettete meine Mutter und sagte, dass ich die Tat begangen habe." Nachdem der Padischah über die bisherigen Dinge nachgedacht hatte, begann er etwas zu ahnen." Dann, als du im Zorn gegen mich deine Hand erheben wolltest und sagtest, ich werde dir den Kopf abschlagen, die Wesire hielten dir die Hand nieder und retteten mich. Du hast mich bis in die Tiefe meines Herzens gekränkt. Du sagtest, ich solle dir nicht vor Augen kommen und

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