Zs. Kakuk , I. Baski (Hrsg.): Kasantatarische Volksmärchen: Auf Grund der Sammlung von Ignác Kúnos.

Texte

73 Pferd nehmen" , willigte der Padischah ein. Der Bursche war damals fünfundzwan­zig Jahre alt. Sehr stark, kräftig, sehr schön, stramm und sehr tapfer war er. Der Padischah und seine zwei Schwiegersöhne versammelten ihre Soldaten und gingen furchtsam in die Schlacht. Inzwischen hat der Bursche das Pferd, das ihm der Padischah zu nehmen erlaubt hat, an einen Wasserschlitten gespannt, er selber setzte sich rittlings darauf, sprang im Tor ab und lief zu einem Kehrichthaufen. Dieser war voller Hundemeuten. Hier stiess er das räudige Pferd nach vorn, zog es am Schwanz nach hinten, zog ihm das Fell ab — isst sein Fleisch warm — sagte er und gab's den Hunden. Er ging an den Rand des Kehrichthaufens und nahm aus der Tasche das Tuch und die Pfeife heraus. Zu der Zeit kämpfte der Padi­schah einen tödlichen Kämpft gegen die Soldaten des bösen Geistes des Dra­chens, wer von rechts kam, dem zerbrach er von rechts das Schlüsselbein, wer von links kam, dem zerbrach er die linken Rippen. Der Bursche steckte die Pfeife in den Mund und pfiff, aus der Luft erschien vor ihm ein blau­graues Ross mit einer vollständigen [80] Kampfausrüstung. Der Bursche schwang sich augenblicklich auf das Ross und flog in die Schlacht und schal­tete sich auch in den Kampf ein. Sein Schwert nach rechts und links schwen­kend begann er die bösen Geister des Drachens zu Dutzenden abzuschlachten. Nach einem langen Gefecht hat der Bursche die Soldaten des Drachens niedergeschlagen und ist fliegend verschwunden. Man schickte Leute aus, ihn einzuholen und zu erfahren, wer er sei. Die Verfolger verfolgten ihn, doch sie sahen ihn nicht einmal. Der Bursche jedoch kehrte zu dem genannten Kehrichthaufen zurück, stieg vom Pferd ab, nahm aus der Tasche die Pfeife heraus, pfiff einmal, liess das Pferd davonfliegen, setzte die Knochen des Kadavers, den er den Hunden vorgeworfen hat, wieder zusammen, spannte den Schlitten am Kopf an, bestieg den Schlitten und fuhr nach Hause. Unterwegs traf er den von der Schlacht zurückkehrenden Padischah, doch er war sehr er­schöpft, sah ihn nicht mal an, sondern ging nur an ihm vorbei. Nachdem der Padischah zu Hause ankam, ist auch er nach ihnen nach Haus gekommen, spann­te das räudige Pferd aus und führte es in den Stall. Der Padischah jedoch konn­te seine Freude nicht geheimhalten und rühmte sich vor seiner Frau: "Unsere Sache stand sehr schlecht, doch wir hatten grosses Glück, von irgendwoher kam ein Bursche und half uns, er schlug die Soldaten des Feindes auseinander und ging weg. Ich bedauere nur, [81] dass wir nicht erfahren konnten, wer es war." Der böse Geist des Drachens gab wieder bekannt, und verkündete , er wer­de kommen, um zu kämpfen. Der Padischah geriet wieder in Not: "Vom ersten haben wir uns befreit, wie werden wir uns von diesem bebefreien?" sagte er und sammelte ein Heer und bereitete sich auf den Kriegszug vor. Da schickte der jüngste Schwiegersohn seine Frau zu ihrem Vater und sagte, sie solle ein Pferd erbitten: "Ich gehe wieder in den Wald, das gefällte Bauholz reicht nicht für das Haus." Die Tochter ging zum Vater und bat ihn wieder um ein Pferd. Der Padischah war mit Sorgen auf Leben (und Tod) beschäftigt und sagte: "Ihr Narren, geht einem Pferd nach." Er schimpfte sie ein wenig, aber befahl

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