Zs. Kakuk , I. Baski (Hrsg.): Kasantatarische Volksmärchen: Auf Grund der Sammlung von Ignác Kúnos.

Texte

69 Junge kam mit den Schafen nach Hause und übergab sie gezählt. Der Padi­schah [74] und die Schwiegersöhne begannen wieder wegen dieser Sache Ver­dacht zu schöpfen und sagten einmütig: "Nun, am Morgen geben wir ihm vier­hundert, soll er sechshundert nach Hause bringen." Am nächsten Tag zählten sie vierhundert Schafe ab und schickten den Jun­gen wieder auf das Feld mit einem halben Laib Brot und einem Eimer aus Birkenrinde Wasser weg. Der Junge führte die Schafe an die Stelle wie am Vortag und liess sie frei laufen. Die Schafe begannen zu essen. Es verging nicht viel Zeit und der Alte kam wieder zu dem Jungen, sie trafen sich und fragten sich gegenseitig nach ihrem Befinden aus. Diesmal hielt der Alte ei­nen Sack mit etwas Grossem in der Hand. Der Alte trat zu dem Jungen, legte den Sack auf den Boden und wie schon früher bereitete er dem Knaben zu essen und zu trinken. Der Junge setzte sich freudig zum Essen nieder. Der Junge begann zu essen, da befahl der Alte dem Jungen, den Sack den er ge­bracht hat vom Boden zu heben, und hinzu bringen. Der Junge dachte, er werde den Sack rasch weiter legen. Als er hinging und die Kräfte anspannte konnte er ihn nicht vom Platz bewegen. Vor Scham errötend wusste der Junge nicht, was er tun sollte. "So geht das nicht", [75] sagte er und spannte seine Fäuste und steifte die Knie, machte ernste Anstrengungen, ihn zu heben und hob ihn bis zu den Knien. Der Alte hiess ihn, den Sack fallen zu lassen, und setzte den Jungen wieder hin, damit er isst und trinkt. Der Junge begann von neuem zu essen, dann liess ihn der Alte aufstehen und befahl ihm, den Sack zu heben. Der Junge spannte, wie vorher, alle Kräfte an und hob den Sack bis zum Magen. Der Alte befahl ihm wieder, den Sack hinzulegen und setzte den Jungen hin zum Essen und Trinken. Der Junge ass reichlich, trank Was­ser, war gesättigt und stellte sich vor den Alten hin. Der Alte sagte: "Hei, mein Kind, das ist heute unsere letzte Begegnung, danach werden wir uns in dey Welt nicht mehr treffen und nicht mehr sehen", und er befahl ihm, den Sack vom Boden in die Luft zu schwingen. Der Junge packte kräftig zu, hob den Sack auf und schwang ihn in die Luft, der Sack hob sich von selbst auf und verschwand vor den Augen. Nach einer langen Weile fiel der Sack kra­chend zu Boden. Da sagte der Alte zum Knaben: "Gut, mein Kind, es ist schon Abend, zähle die Schafe, die Zeit zur Heimkehr ist gekommen", [76] und er befahl dem Jungen, die Schafe zu zählen. Der Junge zählte und es waren sechshun­dert Schafe. Der Alte sagte zum Jungen, nachdem dieser mit dem Zählen fertig war: "Hier, das ist mein Geschenk für dich", damit übergab er ihm ein Tuch und eine Pfeife. "Wenn du das Tuch ausbreitest, wird es zum Essen bereit sein, im Notfall wirst du nicht in eine auswegslose Lage geraten, denn wenn notwendig, bläst du in die Pfeife und dann wird ein blaugraues Ross dir erscheinen mit allen erforderlichen Waffern", sagte der Alte, strich zum Abschied dem Jungen über den Rücken und da sie sich nicht mehr treffen konnten, schieden sie weinend voneinander. Der Junge kehrte mit den Scha­fen in die Stadt zurück. Die in ein Tuch gehüllte Pfeife versteckte er in sei­ner Tasche, die Schafe brachte er nach Hause und übergab sie gezählt.

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