Zs. Kakuk , I. Baski (Hrsg.): Kasantatarische Volksmärchen: Auf Grund der Sammlung von Ignác Kúnos.

Texte

65 [69] ob die Mutter nicht die Partei der Tochter ergreift. Als er die Worte der Tochter vernahm, verwunderte er sich und sagte sich, es ist unmöglich, sie nicht ihm zur Frau zu geben und er dachte nach, welche Möglichkeit es gäbe, doch ohne es zu wissen geben, dass er dort ist, ging er wie eine Katze auf Zehenspitzen zu ihnen. Als das Mädchen den Vater erblickte, trat sie zu ihm und hängte sich ihm an den Hals: "Vater, ich habe mich in diesen Pferde­jungen verliebt, jetzt macht, was ihr wollt, doch gebt mich ihm zur Frau, oder ich werde nach meinem eigenen Kopf gehen und ihn heiraten", so trug sie noch einmal ihre Bitte vor. Da sagte der Padischah zu dem Mädchen: "Nun, meine Tochter, die Sache ist so, wir werden eine Art finden, ich wei­de dich diesem Jungen zur Frau geben, doch dem Jungen werde ich einige Dinge sagen, wenn er das machen kann, was ich sage, dann willige ich in die Sache ein. Meine erste Bedingung: Morgen früh, nachdem wir aufgestan­den sind, werde ich dem Jungen hundert Schafe geben, bis zum Abend fütte­re und tränke er sie, der Bauch soll wie ein Topf sein, die Beine sollen einem Faden gleichen, diese sollen auf das Doppelte vermehrt nach Hause kehren." Die Nacht verging, es dämmerte, es tagte, die Sonne [70] ging auf. Der Padischah befahl, dem Jungen hundert Schafe abzuzählen. Man führte den Be­fehl des Padischahs durch und zählte dem Jungen hundert Schafe ab, gab ihm eine Peitsche und liess ihn aus dem Tor hinaus. Da sahen die Schwiegersöhne des Padischahs wieder, wie unter den Flügeln der Mutter ihre Köpfe heraus­steckenden Jungen, ihre Köpfe unter der Decke heraussteckend, durch das Fenster, dass der Junge mit hängendem Kopf mit den Schafen geht und sie zwinkerten einander zu. Der Junge trieb missvergnügt die Schafe, gelangte am Weg auf das Feld, liess sie laufen, damit sie essen, setzte sich auf den Boden, weil die Beine müde waren und begann mit den Stock in der Hand in der Erde zu bohren, dazwischen gab er auf die Schafe acht. Die fressen auch sofort, aber keine Vermehrung ist zu sehen. Der Junge war in grosser Not. Wie er so da sass, drehte er sich um und blickte nach hinten und sah, dass den Staub auf dem Weg aufwirbelnd, die Beine schnell vor sich setzend mit fliegendem Bart, keuchend ein Alter daherkam. Dieser Alte glich mit keiner Faser einem einzigen Menschen. Der Alte kam näher, erreichte und umarmte den Jungen. Der Junge wusste nicht, wer der Alte war, aber der Alte kannte den Jungen. Dieser [71] Alte setzte den Jungen neben sich und begann ihn auszufragen. Der Junge sagte: "Hei, Väterchen, ich habe einen schlechten Tag", und er beklagte sich bitter über sein Leben. Der Alte sag­te: "Mein Kind, gräme dich nicht, zuerst fülle dir den Magen", er steckte eine Hand in die Tasche, zog daraus ein Tuch und breitete es auf den Boden aus. Auf dem Tuch erschienen im gleichen Augenblick verschiedene Speisen, die Decke war voller Magerfleisch, er schneidet, kein Fleisch, er beisst her­ein: kein Fleisch, nur trockene Sehne, beide begannen zu kauen. Während sie assen, blickte der Junge auf die Schafe, man sieht keine Zunahme. Der Alte sagte: "Mein Kind, warum achtest du auf sie, die siehst, die gehen nirgends hin, sie haben Hunger und knuspernd essen sie das Gras." Der Junge erzählt

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