Zs. Kakuk , I. Baski (Hrsg.): Kasantatarische Volksmärchen: Auf Grund der Sammlung von Ignác Kúnos.
Texte
115 fand er eine Leiche. Saltékaj hob sie hoch, nahm sie mit und lehnte sie an das Fenster des Aksakal. Der Aksakal, sagte sich, dass er jetzt kommt, [131] wartete, blickte zum Fenster, da sah er einen Schatten, das muss Saltékaj sein sagte er und schoss auf ihn aus einem Sechspatronen-Revolver. Als er schoss, fiel die Leiche um. Danach gingen der Aksakal und sein Knecht hinaus und ohne den Menschen zu erkennen, sagte sie, dass sie diesen vor allem irgendwohin von hier bringen müssen und zu zweit trugen sie den Toten aufs Feld, um ihn zu begraben. Als diese weggegangen sind, ging Saltékaj ins Haus, ergriff die drei Pferde, öffnete das Tor, setzte sich in den Schlitten und sagte der Frau des Aksakals: "Ich nehme die Pferde." Diese kamen sehr müde nach Hause, legten sich hin und schliefen ein. Am nächsten Tag standen sie auf, gingen in den Stall und sahen den leeren Platzt der Pferde. Der Aksakal ging auf den Basar und begann Saltékaj auszufragen. Saltékaj sagte: "Da du selbst befohlen hast, ich solle sie stehen, habe ich sie gestohlen." Der Aksakal konnte kein Wort sagen. Saltékaj ist gut weggekommen und steckte dreitausend Silberrubel in die Tasche. Der Aksakal dachte nach und sagte: "Komme heute wieder und stiehl mein Gold." Saltékaj Uberlegte kurz, kaufte dann auf dem Basar einen grossen Bundschuh und rieb die Sohle mit Pech ein. Als er nach Hause ging, [132] zog er seine alten Kleider an, nahm einen Bettelsack und trat auf die Strasse hinaus. Nachdem er ein wenig gegangen ist, erreichte er das Haus der Aksakals, sagte sich, "sei, wie es sei", fasste Mut und ging hinein. Der Herr zahlte gerade die auf dem Boden aufgereihten Goldstücke. Saltékaj ging hinein und grüsste: "Mich fror es sehr, ich werde mich ein wenig wärmen an eurem Feuer und gehe dann", sagte er und ging in die Reihen [der Weiber], Dort wärmte er sich ein wenig die Hände, sprach mit den Frauen und ging wieder auf den Ehrenplatzt und begann um den Aksakal herumzulungern. Da der Herr sah, dass er nichts von den Goldstücken wegnimmt, wunderte er sich nicht, dass er zwischen den Goldstücken herumgeht. Inzwischen klebte Saltékaj einen Haufen Goldstücke an die Sohle der Bundschuhe. Danach verabschiedete er sich und ging weg. Am nächsten Tag stand der Herr auf, sagte sich, ob er nicht in der Nacht gestohlen hat, zählte die Goldstücke nach und sah, dass etliche Goldstücke fehlten. Er ging wieder auf den Basar, traf wieder Saltékaj und fragte ihn. Saltékaj sagte: "Ich habe sie genommen." Jetzt ist Saltékaj reich geworden, auch seine Brüder [133] begann er zu dieser Sache zu überreden, ihnen sagte er: "Ihr Tölpel, wenn es eine solch leichte Beschäftigung gibt, warum plagt ihr euch so ab, das kann man mit dem Verstand nicht aufnehmen." Doch seine Brüder hörten nicht auf ihn, ausserdem besassen sie nicht die Fähigkeit zu einer Schlauheit wie die des Saltékaj. Nachdem einige Wochen vergangen sind, ging die Frau des Herrn, ihre Eltern zu besuchen. Als der Aksakal allein geblieben war, begann er sich zu langweilen. Einmal sah er Saltékaj undsagte ihm: "Brüderchen, jetzt stiehl auch meine restlichen Goldstücke." Saltékaj sagte: "Geht in Ordnung, wir werden sehen." Saltékaj verkleidete sich als ein Reisender und bat den