Zs. Kakuk , I. Baski (Hrsg.): Kasantatarische Volksmärchen: Auf Grund der Sammlung von Ignác Kúnos.

Texte

109 nach Hause zurück: "Noch ehe ich zurückkehre, haben sie sicherlich meine Tochter erwürgt", sagte sie und in ihrem Kummer tat sie nichts, weinte nur. Da sie nicht mehr Kinder hatte, fand sie keinen Trost. Drei Jahre später sah Ajsélus Mutter eine Frau kommen, die einen klei­nen Jungen auf dem Arm trug, den anderen an der Hand führte. Die Frau ging geradewegs in das Haus. Nachdem sie zu sprechen begannen, stellte sich her­aus, dass die Frau Ajsélu war. Danach fragte die Mutter ihre Tochter: "Wo wohnst du, meine Tochter?" "Ich wohne bei der Schlange, die der Padischahch de3 Wassers ist", sagte Ajsélu. [123] Die Mutter sagte: "Nun, meine Tochter, ist das Leben zu trockenem Lande basser oder feuchten Wasser?" "Im Wasser ist es besser", sagte die Tochter. Die Mutter: "Und wie gehst du wieder dorthin zurück?" fragte sie. Die Tochter: "Ich gehe an den Rand des Sees und rufe 'bikbau', er hört meine Stimme, kommt heraus und führt mich hinab." Als die Mutter diese Worte der Tochter hörte, sagte sie: "Heute bleibst du bei uns, dann gehst du weg." Die Tochter: "Ich erhielt nur für einen Tag die Er­laubnis", sagte sie. Da die Mutter sehr bat, war sie trotzdem bereit, dort zu bleiben. Sie legten sich hin, und nachdem sie lange miteinander gesprochen haben, schlief Ajsélu ein. Die Mutter nahm eine Axt, ging ans Wasser und sagte:" 'Bikbau', ich bin gekommen, komme heraus und führ mich hinab." Die Schlange steckte den Kopf aus dem Wasser heraus. Die Frau schlug ihr den Kopf mit der Axt ab und ging ins Haus zurück. Als sie am nächsten Tag aufstanden, sassen und tranken, zog Ajsélu ihre Kinder an, das eine nahm sie auf den Arm, das andere führte sie ander Hand, verabschiedete sich von der Mutter und ging weg. Sie kam ans Seeufer und rief sehr lange: "'Bikbau', ich bin gekommen, [124] komme heraus und führe mich hinab", doch aus dem Wasser kam niemand heraus. Sie blickte aufmerk­sam hin und sah: Die Oberflache des Wassers ist rotes Blut. "Mein Mann ist anscheinend gestroben" , sagte sie und wandte sich an ihre Kinder: "Da ihr kei­nen Vater habt, sollt ihr auch keine Mutter haben", sagte sie und sprach zu ihrem Sohn: "Mein Sohn, du sei eine Schwalbe über deinem Vater; meine Toch­ter, du singe als Nachtigall. Ich jedoch werde als Kuckuck in die Welt rufen." Sie verwandelten sich in drei Arten von Vögeln und flogen davon. Ich glaube, sie flattern noch immer. VI. DAS GOLDHAARIGE MÄDCHEN [125] Es war einmal ein Padischah und er hatte eine goldhaarige Frau. Ihnen wurde eine goldhaarige Tochter geboren. Nachdem sie lange gelebt haben, wurde die Frau des Padischahs so krank, dass sie im Sterben lag. Die Frau sagte zum Padischah: "Wenn ich sterbe, heirate eine mir ahnliche зс опе Frau mit golde-

Next

/
Oldalképek
Tartalom