H. Boros Vilma: Stein Aurél ifjúsága: Hirschler Ignác és Stein Ernő levelezése Stein Aurélról 1866–1891 (A MTAK kiadványai 61. Budapest, 1971)

Függelék

85 slgung im Ausdruck wle lm Gedanken die gesta Romana berich­ten; aber wlr begegnen derselben unnahbaren Unparteilichkeit in allén selnen andern Schriften. Welch ein Contrast um von Schiller zu schweigen der als Hlstoriker lángst abgethan ist, selbst gegen elnen Macaulay 2^­2 und selne Nachahmer! Wie schwerfálllg librigens der knappé Periodenbau oft genug ist, das fti hit man am meisten, wenn man dem Gedanken beim Vor­lesen nur mit so viel Mühe mit gespannter Aufmerksamkelt folgen kann. Da wird denn das Vorlesen allerdings eine Aufga­be, der nicht jeder gewachsen ist. Als hátte ich von jeher eine Ahnung gehabt, dass das Vor­lesen eines Tages eine brennende Frage ftir mich werden soll­te! Du weist wohl wie ich mich über die Vernachlássigung die­ser Fertlgkelt beim Unterrichte der Jugend ereifern konnte, wle ich es tadelte dass man eine ebenso nothwendlge als verhált­nissmássig wenig Talent und Uebung beanspruchende Kunst mlssachtet, Indess dem Götzen Klavler schwere Opfer dar­gebracht werden. Wie Viele die es nle Uber's Klimpern bringen, könnten gut vorlesen, hátte man sie nur ein wenig dazu ange­halten. Worüber ich mlch alsó akademlsch ereiferte, das Ist jetzt leider zum Tagesverdruss für mich geworden. Es ist gar nicht abzusehen, wann der stándig engagirte Vorleser selnen Einzug haltén wird ob ich glelch schon selt Monaten auf der Suche bln. Tante Pepi , die wirklich Talent und Uebung besltzt, muss ihre heisere Stimme schonen und so bin lch diese letzten Wochen mit den abwechselnden Dilettanten eine Art Martyrium abgekommen. Bei Aurél, dessen Organ durch den chronlsch verstopften Na­senraum háufig ganz unzulánglich wird und der die Folgen je­ner oben erwáhnten Vernachlássigung ebenfalls nur zu sehr bemerken lásst, wird der Uebelstand wenigstens dadurch ein we­nig ausgeglichen, dass er das Verstándniss des Gelesenen für sich selber ebenso sucht wie lch, der lch zuhöre. Es geht Ub­rigens mit jedem Tage besser, da er gerügte Fehler entschle­den abzustellen trachtet, was gerade auf diesem Geblet sonst selten vorzukommen pflegt, und er mag Dlr selber die thell­welse komischen Unzukömmlichkeiten zelchnen, deren er sich besonders Anfangs schuldig machte. Wenn lch aber ausdrück­llch erwáhne, dass itallenische Namen grundfalsch, französlsche und engllsche nur mit grosser Unsicherheit gelesen werden, so thue ich es um meine diesbezüglichen Ermahnungen coram praeside zu verschárfen. Du kannst ruhig seln, Dein Brúder wird kein Schornalist; er hált sich entschieden frel und auf Schussweite von jener gottverfluchten Universalitát, die unsere lieben Stammesverwandten vom Hörsale unfehlbar in die Fallen des Feullletons hinüberführt; aber zu fürchten ist, dass die Tu­gend bis zum Laster excedire. Einheitlgkelt ist die Klippé, die sichtllch auf ihn lauert. - Da ich mir die moralische Situatlort des Schreibers bei diesem Diktate wohl vorstellen kann, über­dies die Sonne den Reconvalescenten lns Frele lockt, so breche lch hler kurz ab, indem lch nur noch den Wunsch ausspreche

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