H. Boros Vilma: Stein Aurél ifjúsága: Hirschler Ignác és Stein Ernő levelezése Stein Aurélról 1866–1891 (A MTAK kiadványai 61. Budapest, 1971)

Függelék

/ 93 • 49 H.I. levele St.E.-höz, Bp. , 1886. szept. 15. ( Ms 1067/190) "Aus melner náchsten Umgebung wáre nichts Unerwünschtes zu verzelchnen, hátte nicht der Tod deines Onkels die Freude iiber Aurel's Befreiung in so unerwarteter Weise getrübt. Als ich Sonntag elne Abendstunde in delnem Váterlichen Hause ver­brachte, war die Todesart trotz mancher verrátherischer Brief­ausdrucke nicht geahnt; wie mir Aurél aber gestern sagte, ver— langt sein Papa durchaus die vorenthaltenen Zeitungsnummern zu lesen, und demnach wird Ihm die Kenntniss des düstern Ne­benumstandes schwerllch erspart blelben. Ob dir Aurél wohl bereits sein Aufwartung bei Tr(efort) ge­meldet hat? Wer weiss wann er daran gedacht habén würde, wenn ich ihn nlcht In melner Weise strengeste Weisung gegeben hátte. Das wiederholte mlnisterielle Wort: "Sagen Sie Ihrem Onkel, er soll nur völlig ruhig sein" war ganz und gar nlcht geeignet, diese Wirkung zu thun, stimmte aber vollstándig zu melner Ver­muthung, dass Ihm die Elnlösung der Zusage wieder elnmal schwer geworden sei. Der Mann verspricht námllch habituell zu viel. Ich liess Anstands halber zwei Tage verstreichen und stell­te mlch erst vorgestern zur gewohnten Dessertzelt bei Tr(efort) ein. Zwei volle Stunden verglngen, ehe Franz Pulszky 22 0 der glelchfalls zu Besuche gekommen war, den Platz ráumte; aber kaum, dass er fort war, ging Tr(efort) selbst von Aurél zu spre­chen an, wie ihn sein gesundes Aussehen gefreut habe u.s.w. und "er soll nur sein Werk fertig machen, dann werden wir schon für welteres sorgen." So schwer es mir flel, den theuren, aber jetzt wieder sichtllch von Sorgen gedri.ickten Mann, zu quálen, ich hlelt ihm dle Zusage trocken vor und erpresste ihm damit eln halb und halb gemurmeltes Zugestándnlss, das er übri­gens beim Abschiede mit den deutlich formullrten Worten wieder­holte: "der iunge Mann soll alsó einkommen." Ich begreife vollkommen dle Schwierigkeit, die das Relsesil­pendlum bei leerer Casse und kolossal überschrittenen budget verursacht, war auch davon schon vor bald elnem Jahre durch Markusovszky unterrlchtet, der bekanntlich schon damals über des Minlsters "leichtfertige" Zusage dle Achseln zuckte und als elnziges Auskunftsmittel dle sofortige Ernennung und gleichzei­tlge Beurlaubung Aurél's erwáhnte. Das ist aber auch lelchter gesagt als gethan: die vergleichende Sprachwissenschaft findet In Budapest keine Hörerj elne solche Kanzel für Klausenburg, zu kreiren wáre kein übler Anlass zu Skandalen im Finanz­Ausschusse wie lm Reichstage selbst. Und noch dazu einen jungen Menschen ernennen, der absolut nichts gelelstet hat, den Niemand kennt, der nur den zweífelhaften Vortheil besitzt, meln Neffe zu sein! Möge Tr(efort) sehen wie er der Schwlerig­keiten Herr werden könne; ich melnerselts ergriff die Veranlas­sung, gestern Aurél eine kurze Standrede zu haltén, beiláu­fig in dem Slnne, dass dle gebratenen Tauben heute-morgen alle sein dürften und es höchste Zeit sei, seine elgensten Kráfte im Kampfe für dle Nothdurft des Lebens zu versuchen."

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