Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)

3. KAPITEL – Archäologische, anthropologische und radiologische Daten

20-25 cm höher gelegenen Fußboden des 12. Jahrhunderts nach dem Umbau passen (Gräber H und F = Grab 1/4). Von den vier Gräbern stammt das Grab I/3G also wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts und das Grab 1/4 H aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, eventuell aber auch vom Anfang des 13. Jahrhunderts. Die Grabbeigabe von Grab H war ein Bronzekopfring mit einer Ab­bildung des Agnus Dei. Der Gebrauch von Ringen dieser Form be­gann im 13. Jahrhundert. Der Ring ist nicht vorhanden, was seine genauere Einordnung erschwert. Über den gesellschaftlichen Status der Personen, die in der Gruppe von vier Gräbern bestattet wurden, konnte man nichts sagen. Der Bronzering kam in breiten Schichten der Gesellschaft vor. Darauf, dass die Bestatteten höheren Ranges waren, verweist das Bronzekreuz des verlorenen Reliquiars im Grab E, das ein anspruchsvolleres Stück ist als die allgemeinen Brustkreu­ze in den Gräbern. Das Skelett E wurde 1874 als weibliches Skelett bestimmt, demnach wurden hier eher weltliche Personen begraben, eventuell konnten es Angehörige der königlichen Familie sein. Die Bestimmung des Geschlechts können wir allerdings nicht überprü­fen, da das Skelett nicht vorhanden ist. Normalerweise ist das Nord­schiff im Mittelalter die Begräbnisstätte der Geistlichen. Im 14. und 15. Jahrhundert standen auch zwei Probstkapellen auf der Nordseite (die früher gegründete und von Probst Bodó Miklós Györgyi um ­gebaute Kapelle und die Kapelle von Domonkos Kálmáncsehi). Die zwei im Grab F begrabenen Toten widersprechen der königlichen Bestattung, sind aber auch nicht vorhanden. Bei der Beerdigung des zweiten Toten hat man die Knochen der hier früher Bestatteten am Ende des Grabes zusammengelegt. Im Mittelalter war das eine üb­liche Vorgangsweise, doch ist es im Fall von Angehörigen der könig- 79

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