Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)

3. KAPITEL – Archäologische, anthropologische und radiologische Daten

lichen Familie schwer vorstellbar. Wenn die Gebeine einer für wich­tig gehaltenen Persönlichkeit im Weg waren, hat man diese in einer kleineren Kiste anderswo neu begraben. Leider sind außer den sterb­lichen Überresten von König Béla III. und seiner Gattin von vier der weiteren fünf Könige des 12 Jahrhunderts weder die Skelette, noch ihre nachweisbaren Grabstätten vorhanden. 1839 öffnete man in der Westhälfte der Kirche 4+1 Gräber, von denen das eine mit Sicherheit aus der Arpadenzeit stammte; auf­grund seines Goldschmucks konnte es eine königliche oder zur kö­niglichen Familie gehörende Person gewesen sein. Henszlmann sah sich die Grabstätten an und markierte sie auf seiner Karte in der Nordhälfte des Hauptschiffes. Allerdings weiß man nicht, ob er ihre Lage gut wahrgenommen hat und sie nicht im Nordschiff lagen. In diesem Fall können wir auch im Nordschiff mit königlichen Bestat­tungen rechnen. Auf Bild 15 ist der Grundriss der Königsbasilika von Székesfehérvár zu sehen, auf dem die durch die Ausgrabungen von János Érdy, Imre Henszlmann, Alán Kralovánszky und Piroska Biczó offengelegten Gräber sowie die Grabstätten von Ludwig dem Großen, Karl I. Robert und Prinzessin Katalin markiert sind. Gezeichnet von Zoltán Szabó (2002). Die Markierung der ein­zelnen Grabstätten erfolgte aufgrund der Ausgrabungen von Alán Kralovánszky zwischen 1965 und 1993 sowie von Piroska Biczó zwi ­schen 1994 und 2002 nach Anleitung von Piroska Biczó. (Á = Gräber aus der Arpadenzeit) Die von Érdy offengelegten und in zwei Zinkkisten an das Na­tionalmuseum geschickten Funde kamen 1862 in die Matthiaskirche und gelangten 1883 von dort für die Dauer des Umbaus der Kirche in das Anthropologische Institut der Eötvös-Lóránd Universität, wo 80

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