Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)

3. KAPITEL – Archäologische, anthropologische und radiologische Daten

(Erd-)Grabes kann es im Gegensatz zu Imre Henszlmann, der es für ein Königsgrab hielt, eher für ein spätmittelalterliches Grab gehalten werden. Die daneben gefundene runde Bronzeschnalle könnte auch aus der Arpadenzeit stammen, doch konnten die von Henszlmann als kleine Haken und Ringe bezeichneten Funde aufgrund der veröf­fentlichten Zeichnung auch zu einer französischen Beziehung gehört haben. (Henszlmann 1864, 197-198). In diesem Fall kann das Grab nicht früher als aus dem 14. Jahrhundert sein. Die Beigaben kön­nen weder bestätigen noch dementieren, dass es sich um eine Person königlichen Ranges handelt. Die südlich der weiblichen Grabstätte gefundenen zwei männlichen (Erd-)Gräber waren 8-12 Zoll (21-31 cm) tiefer als das vorige weibliche Grab. Der Altersbestimmung von Henszlmann zufolge konnte der eine Mann (das spätere Skelett Nr. 11/53) 26 Jahre alt und der andere (Skelett Nr. 11/54) unter 30 Jahren gewesen sein. Ob sie aus der Arpadenzeit stammten, konnte weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. Das Fehlen von Grabbeiga­ben konnte nichts über ihren gesellschaftlichen Rang aussagen. Die von uns durchgeführten genetischen Untersuchungen schlossen eine Verwandtschaft zum Arpadenhaus aus und gaben uns einen An­haltspunkt über die Identität der Skelette (siehe 10. Kapitel). Imre Henszlmann öffnete 1874 im nördlichen Seitenschiff vier mit Steinen ausgekleidete Gräber, die aufgrund der Bauweise wie auch der Tiefenangaben in die Arpadenzeit fallen. Der Boden und die Deckplatte von zwei dieser Gräber scheinen zu einer früheren Fußbodenebene zu passen, dies könnte der Fußboden der Kirche vor ihrem großen Umbau im 12.Jahrhundert, also aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts sein (Gräber E und G = Grab 1/3); zwei ihrer Deckplatten liegen 30 cm höher, diese könnten schon zu dem 78

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