Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)

3. KAPITEL – Archäologische, anthropologische und radiologische Daten

ten für Antiquitäten“ (János Érdy) ein. In der Zwischenzeit wurde am 5. Dezember um 2 Uhr nachmittags auf Wunsch des Bürgermeisters Hadhalmi das im ersten Sarg gefundene Skelett von den in der Stadt befindlichen Ärzten untersucht. In dem von Mihály Marbik, Károly Hellensteiner, Ferenc Say, Ferenc Hanekker, János Schaller und József Aschner erstellten Befund wurde eine „weibliche Person“ „im greisen Alter“ beschrieben, die „vor sechshundert Jahren“ begraben wurde. (Stadtarchiv Székesfehérvár, Protokoll der Ratssitzung 1848/4510) Die nach Pest gebrachten Schmuckstücke wurden von Érdy am 6. Dezember unter Nr. 61 in das Eingangstagebuch eingetragen. Die Arbeit von János Érdy und des in seiner Begleitung am 8. Dezember eintreffenden Ingenieurs János Varsányi wird ab 12. Dezember von Protokollen belegt. Nach deren Aussage wurde um 9 Uhr vormittags vor „zahlreichen Zuschauern“ der zweite Sarg geöffnet, in dem die Ge­beine und Schmuckstücke eines Königs lagen. (Stadtarchiv Székesfe ­hérvár, Protokolle der Ratssitzung 1848/4613).“ Zitat Ende. János Pauer erinnert sich wie folgt daran: „Noch in den Sommer­monaten, in dem nach Osten gerichteten Teil des rechten Flügels des Bischofssitzes, wo einst die von Stephan dem Heiligen errichtete mächtige Basilika stand, stießen die Bauarbeiter bei der Renovie­rung des artesischen Brunnens während des Grabens auf brüchige Säulen und große Steintafeln. Mit der Fertigstellung der Arbeiten um den Brunnen herum und der Fortsetzung der Grabungen legten sie endlich einen Marmorsarg frei, der in den Morgenstunden des 5. Dezembers 1848 geöffnet und in ihr Gebeine einer Königin ge­funden wurden; auf ihrem Kopf hatte sie eine Krone und an ihrem Finger einen Goldring. Die Zeit hatte alles an ihr zersetzt, nur das Skelett war erhalten geblieben. Dieser Fall erregte größere Aufmerk­65

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