Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)
2. KAPITEL – Historischer Hintergrund
verfiel, was mit Sicherheit den Tod des Königs mit etwa 32 Jahren beschleunigte. Ein seltsames Spiel des Schicksals, dass alle drei Söhne von König Béla II., die Könige wurden, (Géza II., Ladislaus II. und Stephan IV.) gleichermaßen mit etwa 32 Jahren starben. Wie zu ihrem Vater konnte der Chronist auch zu ihnen dreien schreiben: „sein Körper ruht in Székesfehérvár “; mit ihren Beerdigungen in der Marienbasilika von Székesfehérvár scheint der blinde König eine Familientradition geschaffen zu haben. (Wenn man noch die Tatsache hinzuzählt, dass Béla der Blinde eine einzige Ehe hatte und somit alle drei Brüder von derselben Mutter, Ilona, geboren wurden, würde all das die Archäogenetik bei einer eventuellen Identifizierung der Person vor eine äußerst große Herausforderung stellen, wenn königliche Gebeine aus der Mitte des 12. Jahrhunderts zum Vorschein kommen würden.) Die Todesursache von Géza II. (1141-1162) kennen wir nicht. Dessen erstgeborener Sohn, Stephan III. (1162- 1172), wurde durch seine vom Byzantinischen Reich unterstützten Onkel als Gegenkönige auf jeden Fall schnell in den Hintergrund gedrängt. Als Erster besaß Ladislaus IL, der jüngere Bruder von Géza IL, das Königreich. Eine zeitgenössische englische Quelle hinterließ uns einen interessanten Bericht aus der Zeit kurz vor seinem Tod: wegen der Besetzung des Throns kam der König in Konflikt mit Lukács, dem Erzbischof von Esztergom, der zu Weihnachten 1162 mit einer visionären Voraussage den nahen Tod von Ladislaus II. in Aussicht stellte und diese verfluchende Prophezeiung erfüllte sich im Januar 1163. (Wir wären nicht überrascht, wenn sich herausstellen würde, dass menschliche Hand bei der Vorsehung „nachhalf“.) Ladislaus II. folgte sein jüngerer Bruder Stephan IV, 49