Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)
2. KAPITEL – Historischer Hintergrund
der aber nur ein halbes Jahr auf dem Thron sitzen durfte, da er von Ladislaus III vertrieben wurde. Stephan IV. lebte im Byzantinischen Reich, bis er im Frühjahr 1165 in Zimony (heute: Zemun, Serbien) von seinem ehemaligen Palatin vergiftet wurde. Sein Leichnam lag eine Zeit lang unterhalb der Burg und erst später bekam er ein würdiges Begräbnis: seine zerfallenden sterblichen Überreste wurden von der Südgrenze des Landes nach Székesfehérvár geschafft. So eindeutig der Todesgrund bei Stephan IV. ist, so unklar ist der von Stephan III. 1171 kam auch er in Konflikt mit Erzbischof Lukács und der neuerlichen Prophezeiung des strengen Bischofs zufolge müsste er innerhalb eines Jahres sterben: die Vorhersage wurde im März 1172 in Esztergom wahr, als der König 25 Jahre alt war. Über die Ruhestätte von Stephan III. gibt es widersprüchliche Angaben. Die letzten Bestattungen des Arpadenhauses im 12.Jahrhundert in Székesfehérvár stehen in Verbindung mit einem Ehepaar. Béla III., zweiter Sohn von Géza IL, verlor seine erste Frau, Agnès de Chätillon, unter anderem Namen Königin Anna von Antiochia, in den Jahren 1184/85. Als Béla III. die Mutter seiner sieben Kinder auf ihrem letzten Weg begleitete, bestimmte er neben Anna eine Begräbnisstätte für sich selbst, da er - wie später zu sehen sein wird - das Grab schon von vornherein so hatte ausgestalten lassen. Sein letzter Wille wurde von seinem erstgeborenen Sohn und Nachfolger, König Emmerich (1196-1204), respektiert und der Leichnam von Béla wurde am 23. April 1196 an der vorgesehenen Grabstätte zur Rechten von Anna beigesetzt. Als Epilog der Bestattungen der Árpádén in Székesfehérvár ist anzumerken, dass Emmerich in dieser Hinsicht seinen Vorfahren des 12. Jahrhunderts nicht gefolgt ist, da er in Eger beigesetzt wurde. Zur Ruhestätte seines im fünften 50