Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)
4. KAPITEL – Paläopathologische Untersuchungen
mit Dickdarmkrebs wurden RSPO2- und RSPO3-Fusionstranskripte identifiziert, die, sich gegenseitig ausschließend, zusammen mit der APC-Genmutation auftreten, daneben aktivieren sie wahrscheinlich das Wnt-Signal und begünstigen die Entstehung von Darmkrebs (OMIM 8/16/2016). Nakajima und Kollegen untersuchten eine bei den GWAS-Studien identifizierte vererbliche DNA-Sequenzvariation mit der Nummer rs374810k, welche sich mit 116 Basenpaaren (bp) in der als wahr angenommenen Promoterregion des RSPO2-Gens vor dessen Transkriptionsstartplatz befindet. Die Variation des SNP-116T>CAllels mit Nr. rs374810 ist abweichend mit den nuklearen Proteinen verbunden und unter Versuchsbedingungen wies das C-Allel in der Zelllinie HSCO2/8 chondrocyta eine signifikant niedrigere Promoteraktivität als das T-Allel auf. Diese Beobachtung belegt, dass die CT- und CC-Genotypen des rs374810-SNP als Risikoallelvariationen angesehen werden können, was zu einer signifikant niedrigeren RSPO2-Genexpression führt als der TT-Gentyp in vivo. Daraus lässt sich schließen, dass das RSPO2-Gen in Gegenwart der Risikoallele des rs374810-SNP eine allerdings geringfügige Anfälligkeit für OPLL hervorruft. Da der Pathomechanismus von OPLL und Morbus Forestier wahrscheinlich identisch ist (die eine ist eine Verknöcherungserkrankung des neben den Wirbeln befindlichen hinteren, die andere des vorderen Ligamentum longitudinale), ist davon auszugehen, dass die stark reduzierte Transkriptionsaktivität von RSPO2, zusammen mit den Ernährungsfaktoren, bei der Entstehung von Morbus Forestier eine Rolle spielt. in