Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)

4. KAPITEL – Paläopathologische Untersuchungen

Über die Pathomorphologie des Morbus Forestier und seine Ge­schichte veröffentlichten Józsa bzw. Józsa und Forgács eine ausge­zeichnete Zusammenfassung (Józsa 2010; Józsa-Forgács 2009). Es folgen wörtliche Zitate aus diesen Studien, die wir nach eigenem Er­messen zusammengestellt haben. Zitat [deutsche Übersetzung]: „Forestier und Rotes-Querol be­zeichneten die später nach ihnen benannte Erkrankung im Jahr 1950 als Hyperostosis ankylotica. Sie grenzten ihr klinisches und röntgen­morphologisches Erscheinungsbild von den anderen, ebenfalls mit Verknöcherung einhergehenden Beeinträchtigungen der Wirbel­säule ab. Im Anfangsstadium des Krankheitsbildes wurden Hyper­­vaskularität, Einwanderung chronischer Entzündungszellen, fokale Ossifikation des Ligamentum longitudinale anterius, Degeneration des Annulus fibrosus und die anterolaterale Verlängerung der peri­pheren Fasern des Annulus in Form von L, T, oder Y beobachtet. Forestier und seine Kollegen (1983) stellten fest, dass die Ossifikation des vorderen Längsbandes von mehreren Krankheitsherden ausgeht, die Entstehung der heterotopischen Knochengeschwulste beginnt in der Mittellinie der Wirbelkörper und sie breiten sich distal und pro­ximal aus, stehen im Frühstadium jedoch nicht mit der Kortikalis der Wirbelkörper in Verbindung. Nicht nur die eigenen Beobach­tungen (Józsa 2010) sondern auch sämtliche mikroskopischen Ana­lysen legen nahe, dass eine Verkalkung auszuschließen ist. Dies be­deutet aus pathologischer Sicht eine amorphe Kalkablagerung, die um Fremdkörper oder nekrotische Krankheitsherde herum, selten auch aus unbekannten Gründen (z. B. Kalziumgicht), entsteht.“ „Der Morbus Forestier ist eine der ältesten krankhaften Verände­rungen des Skeletts. Er trat zuerst in der mittleren Epoche der Erd­108

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