Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)
4. KAPITEL – Paläopathologische Untersuchungen
geschichte bei den Dinosauriern auf und wurde an zahllosen Exemplaren zeitgenössischer und ausgestorbener Tierarten der letzten 150 Millionen Jahre nachgewiesen. Auch heutzutage ist die Erkrankung bei den in freier Wildbahn lebenden Säugetieren und alten Haustieren häufig anzutreffen. Die größte Überraschung ist die Erkenntnis, dass sie auch bei rezenten Meeres- und Süßwasserfischen entstehen kann. Bei den Altweltaffen (Gorillas, Makaken, Meerkatzen, Rhesusaffen usw.) liegt ihre Häufigkeit zwischen 4 und 21 %. Unter den in Gefangenschaft gehaltenen Primaten kommt sie nicht häufiger vor als bei den frei lebenden Exemplaren.“ Zitat Ende. Bei den Hominoidea (Menschenartigen) trat die Erkrankung vor 10-12 Millionen Jahren am Knochenbau des Proconsul (Urahn des heutigen Gorillas) auf. Die Überreste des Australopithecus (Vormensch, lebte vor 1 bis 3 Millionen Jahren), des Homo habilis (Ur mensch, lebte vor 1 bis 2,5 Millionen Jahren) und des Homo erectus (aufgerichteter Urmensch, lebte vor 300.000 bis 1,5 Millionen Jahren) wiesen jedoch keine durch Morbus Forestier bedingten krankhaften Veränderungen auf (von den genannten drei Hominiden (Menschenaffen) sind insgesamt ca. 200 bis 300 unvollständige Skelettüberreste bekannt). An der Wirbelsäule des Neandertalers (lebte 20.000 bis 300.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung) kommen sie jedoch häufig vor. Waldron berichtete im British Medical Journal [Britisches Medizinisches Fachblatt] über die urgeschichtliche Untersuchung der sterblichen Überreste von Mönchen aus dem Augustinerkloster in Merton (bestand zwischen 1140 und 1540). Der Titel seiner Publikation legt nahe, der bei den Mönchen äußerst häufige Morbus Forestier könne als „neue Berufskrankheit“ gelten. Janssen und Kollegen verglichen die Befunde eines Klosterfriedhofs und eines weltlichen 109