Zalai Múzeum 11. Kereszténység Pannóniában az első évezredben (Zalaegerszeg, 2002)

Dopsch, Heinz: Zwischen Salzburg, Byzanz und Rom. Zur Missionierung Pannoniens im 9. Jahrhundert

Zwischen Salzburg, Byzanz und Rom 279 Mahren Zuflucht suchen, auch wenn er noch bis 879 als Erzbischof von Pannonién tituliert wurde 219 . Im Gegensatz zu Pannonién, wo er in Chozil einen ver­lâsslichen Protektor hatte, gestaltete sich Methods Lage in Mahren viel schwieriger. Zwentibold selbst war offenbar an der slawischen Liturgie nicht besonders interessiert, da ihm Papst Johannes VIII. 880 in der Bulle „Industriae tuae" ausdriicklich das Recht ein­raumte, die Messe auf lateinisch zu hören, falls er das bevorzuge 220 . Der aus Schwaben stammende Wiching, den der Papst 880 zum Bischof von Nitra geweiht hatte, besaB als Vertreter der lateinischen Richtung bei Zwen­tibold gröBeren Einfluss als Method und konnte seinem Metropoliten das Leben schwer machen. Nach Methods Tod 885 setzte er die Vertreibung von dessen Schülern aus Mahren durch 221 . Trotz seines besonderen Engage­ments und der Achtung, die ihm iiberall entgegenge­bracht wurde, blieb Method nur eine Schachfigur im Spiel der Mâchtigen. Mit seinem Tod ging sein Lebens­werk auch in Mâhren unter, und die Bulgaren wurden durch die Vermittlung von Methods Schülern zu Erben der cyrillo-methodianischen Mission 222 . In Mâhren und Pannonién schienen sich zunachst der bayerische Episkopat und damit die frankische Reichskirche erneut durchzusetzen, aber auch Papst Johannes IX. zeigte mit der Einsetzung des Erzbischofs Johannes und der Bischöfe Benedikt und Daniel fur Mâhren, dass er an seinen Anspriichen festhielt 223 . Aile missionarischen Bemühungen und Erfolge gingen mit der Niederlage gegen die Ungarn bei Pressburg 907 verloren 224 . Dank dieser unvorhergesehenen Entwicklung triumphierte schlieBlich das Papsttum, dem es gelang, sich gegen den Einfluss der byzantinischen Kirche zu behaupten und Ungarn mit der Christianisierung fest an sich zu binden 225 . Die eingangs gestellte Frage, ob der Anteil der Salz­burger Missionare an der Christianisierung Pannoniens im 9. Jahrhundert höher einzuschâtzen sei oder jener der Slawenlehrer Konstantin und Method ist in dieser Form nicht schlüssig zu beantworten. Das Erzbistum Salzburg setzte mit seiner Missionsarbeit zwar wesent­lich friiher ein, kniipfte aber auch an altère Einzeliniti­ativen an, die offenbar von Regensburg und Passau ausgegangen waren. Über den EinfluB des Patriarchats Aquileia, zu dessen Metropolitangebiet einst auch Sir­mium gehört hatte, Hegen überhaupt keine konkréten Nachrichten vor. Wâhrend mit der Missionsarbeit des bayerischen Episkopats von Anfang an handfeste poli­tische Ziele verbunden waren, spielten derartige Erwâ­gungen fúr die Entsendung der byzantinischen Missio­nare keine Rolle. Kaiser Michael III. war sogar drin­gend davor gewarnt worden, sich in Mâhren, das für Byzanz als „Ausland" gait, zu engagieren 226 . Konstantin und Method fanden mit ihrer Arbeit bei der slawischen Bevölkerung nicht nur wegen ihrer unpolitischen Zielsetzung besonderen Anklang, son­dern hatten ihre Missionsarbeit auch wesentlich besser vorbereitet. Ihr Programm, das mit der Verwendung der Glagolica und der slawischen Liturgie dem Streben der slawischen Fiirsten nach Eigenstandigkeit besonders entgegenkam, sah den raschen Aufbau eines slawischen Klérus vor. Ihre Ausgangssituation war allerdings auch dadurch wesentlich giinstiger, dass sie sich auf jene kirchlichen Strukturen stützen konnten, die bereits von Salzburger Missionaren und anderen bayerischen Glau­bensboten geschaffen worden waren. Wenn auch Pan­nonién durch die weitere Entwicklung dem Papsttum zufallen sollte, so waren an dessen Christianisierung im ersten Jahrtausend doch das Erzbistum Salzburg und die bayerischen Missionare ebenso beteiligt wie die Slawenlehrer aus Byzanz. Aus dieser Perspektive ist es auch richtig, dass man in Mosapurc/Zalavár beiden Par­téién ein angemessenes Denkmal zur Erinnerung an ihre Leistungen gesetzt hat. Anmerkungen: 1 SÓS, Slawische Bevölkerung; BONA, István: Die Ver­waltung und die Bevölkerung des karolingischen Panno­niens im Spiegel der zeitgenössischen Quellén, in: Mit­teilungen des Archâologischen Instituts der Ungarischen Akademie der Wissenschaften 14 (1985) 49-160; WOL­FRAM, Grenzen, 229-232 und 261-263; SZŐKE, Mos­aburg, 217 ff. 2 In der Vita Methodii c. 5 wird berichtet: Ac tribus annis elapsis reversi sunt ambo ex Moravia...; die Vita Const­antini c. 15 spricht hingegen von 40 Monaten: ...Qua­draginta vero mensibus in Morava peractis..., wâhrend die Vita Constantini cum translatione s. Clementis с 7 einen Zeitraum von viereinhalb Jahren angibt: ...Manser­unt ergo in Moravia per annos quatuor et dimidium... Eine Edition dieser Quellén bieten MMFH II, 102, 129 und 145; GRIVEC/TOMSIC, Constantinus; Die Vita Methodii (mit deutscher Übersetzung) hat KRONSTEI­NER, Otto: Das Leben des hl. Method, des Erzbischofs

Next

/
Oldalképek
Tartalom