Zalai Múzeum 11. Kereszténység Pannóniában az első évezredben (Zalaegerszeg, 2002)
Dopsch, Heinz: Zwischen Salzburg, Byzanz und Rom. Zur Missionierung Pannoniens im 9. Jahrhundert
278 Heinz, Dops vorausgesetzt werden 200 . König Ludwig der Deutsche war 870 selbst bei jenem kanonischen Prozess in Regensburg anwesend, den die bayerischen Bischöfe im Rahmen einer Synode gegen Method führten 201 . Erzbischof Adalwin hatte aus diesem Anlass die Conversio als Denkschrift fur den König verfasst oder zumindest den Auftrag dafür gégében 202 . Obwohl in diesem „WeiBbuch" alléin die Leistungen Salzburgs aufgelistet und der Anteil der anderen bayerischen Bistümer und Klöster gezielt übergangen oder sogar geleugnet wird, bleibt es die mit Abstand wichtigste Quelle, die uns fúr die frühmittelalterliche Slawenmission zur Verfügung steht. Im Gegensatz zu den Viten der beiden Slawenlehrer enthalt die Conversio namlich eine Füllé konkreter Angaben, die durch die Ergebnisse der archaologischen Forschung durchwegs bestatigt und nicht widerlegt wurden. Der Regensburger Prozess und die Verurteilung Methods zur Klosterhaft in Schwaben 203 darf nicht als „Privatfehde" zwischen den bayerischen Bischöfen und dem Slawenlehrer betrachtet werden. Immerhin war mit Ludwig dem Deutschen der Enkel Karls des GroBen, der 803 die Zuteilung des pannonischen Missionsgebietes an das Erzbistum Salzburg bestatigt hatte 204 , bei diesem Verfahren zugegen. Auch der König negierte so wie die bayerischen Bischöfe die vom Papst verliehene Stellung Methods als Metropolit Pannoniens 205 . Das war die unmissverstândliche Antwort auf die papstliche Politik, die sich zuvor iiber Entscheidungen der karolingischen Herrscher und iiber die Missionsarbeit der bayerischen Bischöfe einfach hinweggesetzt hatte. Bald zeigte sich, dass der König und die Bischöfe richtig kalkuliert hatten. Wahrend Method vergeblich gegen seine Verurteilung an den Papst zu appellieren versuchte 206 , reagierte Hadrian II. überhaupt nicht. Trotz seines hohen Alters darf man ihm nicht einfach Tatenlosigkeit vorwerfen. Hadrian war über die Vorgânge in Pannonién und Mâhren durchaus unterrichtet, zumal der Archidiakon Johannes, der in Rom die treibende Kraft für die Ernennung Methods zum Erzbischof war, groBen EinfluB auf den Papst besaB und auch dessen Nachfolger wurde 207 . Eher gewinnt man den Eindruck, dass Hadrian ein gutes Einvernehmen mit Ludwig dem Deutschen, dem machtigsten Vertreter des Karolingerhauses, der auch in Italien über Macht und EinfluB verfügte, wichtiger war als das Schicksal des für ihn mittlerweile unbequemen Method. Als Johannes VIII. 872 den Stuhl des hl. Petrus bestieg, sorgte er sofőrt fur die Freilassung Methods und lud die für dessen Verurteilung verantwortlichen Bischöfe, die von ihrem Amt suspendiert wurden, nach Rom vor 208 . Es war aber schon zu spat, um das Rad der Geschichte nochmals zurückzudrehen. Die Methodvita hebt zwar mit Genugtuung den raschen Tod der schuldigen Bischöfe als göttliches Strafgericht hervor 209 , aber die Entscheidung war bereits gegen Method gefallen. Erzbischof Adalwin erhielt zwar noch kurz vor seinem Tod den unangenehmen Auftrag, Method persönlich in dessen pannonisches Erzbistum zu geleiten 210 . lm Fürstentum des Chozil hatten jedoch die Salzburger Missionare ihre Missionsarbeit wieder aufgenommen und dachten gar nicht darán, nochmals den Platz zu raumen. Fürst Chozil nahm zwar Method wieder in Ehren auf, war aber von König Ludwig politisch auf Vordermann gebracht worden. Ohne die Unterstützung bay erischer Truppén, die gleichzeitig als „Besatzer" fungierten, hatte sich Chozil gegen den übermachtigen Zwentibold von Mahren, der in den Quellén wiederholt als König (rex) bezeichnet wird, nicht behaupten können. Deutliches Zeichen fúr die geanderte Situation war die Weihe einer von Chozil erbauten Kirche in Pettau, die Erzbischof Theotmar von Salzburg, der Nachfolger Adalwins, 874 vornahm 211 . Pettau gehörte stets zu Pannonién, und Method als der vom Papst ernannte Metropolit des pannonischen Erzbistums hielt sich damais höchstwahrscheinlich am Hofe Chozils in Mosapurc auf. Was für einen Affront musste es für ihn bedeuten, dass Chozil nicht ihn sondern den Salzburger Erzbischof mit der Kirchweihe beauftragte! Der Slawenfürst hat dieses Ereignis nicht lange überlebt. Ob Chozil so wie sein Vater Priwina gegen die Mahrer fiel oder eines natürlichen Todes starb, ist nicht überliefert 212 . Mit ihm fand auch das von Priwina geschaffene pannonische Fürstentum nach 35 Jahren des Bestands sein Ende. MaBgeblich dafúr war sicher das eigenmachtige Vorgehen Chozils als Protektor Methods, das von König Ludwig und den bayerischen Bischöfen als Ungehorsam empfunden und offenbar auch bestraft wurde. Die unmittelbare Eingliederung Pannoniens ins bayerische Ostland und die Unterstellung unter Grenzgrafen sicherte zugleich die Fortsetzung der Salzburger Mission 213 . Unter Arnolf von Kârnten wurde jedoch Pannonién in dessen Auseinandersetzung mit Fürst Zwentibold hineingezogen und von mâhrischen Truppén in den Jahren 883 und 884 völlig verwüstet 214 . Auch in den folgenden Jahren kontrollierte der mahrische Herrscher zumindest Teile von Unterpannonien 215 . Fürst Brazlavo von Sisek, dem Arnolf 896 Mosapurc und den Schutz Pannoniens übertragen hatte, wurde vier Jahre spater von den Ungarn getötet 216 . Diese hatten als verbündete Arnolfs in Oberitalien gegen König Berengar gekampft, fúhlten sich bei ihrer Rückkehr durch den Tod des Kaisers nicht mehr an das Übereinkommen gebunden und verwüsteten das Gebiet um den Plattensee 217 . Unter diesen Umstânden war eine erfolgreiche Missionsarbeit in Pannonién völlig unmöglich. Der Brief des Erzbischofs Theotmar und seiner Suffragane an Papst Johannes IX. aus dem Jahre 900, den ich mit dem Herausgeber Fritz Losek fúr echt halte, zeigt diese Problematik in aller Deutlichkeit 218 . Method konnte sich nach dem Tod Chozils nicht mehr in Mosapurc haltén und musste bei Zwentibold in