Zalai Múzeum 5. (Zalaegerszeg, 1994)
Trnka, Gerhard: Frühbronzezeitliche Wehranlagen in Ostösterreich
138 Trnka, Gerhard Zeitstellung: mittlere bzw. klassische Phase (Ende Bronzezeit A2) und spate bzw. nachklassische Phase (Beginn Bronzezeit Bl) der Böheimkirchner Gruppé der Vëterov-Kultur. Literatur: Neugebauer 1974, 1979b und 1980. 3. Kollnbrunn. KG Kollnbrunn, MG Bad Pirawarth, GB und VB Gànserndorf, Niederösterreich. Zweifache, ursprünglich vielleicht kreisförmig verlaufende Grabenanlage auf einem im Norden und Süden eingeschnittenen und nach Osten hin in einem Abbruch endenden Gelánderücken in einer Höhe von 202 m. Aufgrund der gegenwártigen Situation ist nicht mehr möglich zu kláren, ob dieser Rücken vielleicht zur Ganze von zwei Gráben umgeben gewesen ist oder eine Abschnittsbefestigung vorliegt. Der mögliche Durchmesser der Anlage ergibt maximale Werte von 105 und 78 m. Die durchschnittliche Grabenbreite betrágt 4 m. Zugánge sind nicht zu erkennen. Die gröBte Fláche des Innenraumes würde ca. 6000 m 2 betragen. Ein durch beidé Gráben in den Innenraum geführter Suchschnitt ergab auBer einer nur mehr sehr seicht erhaltenen Grube keine weiteren Siedlungsspuren. Hingegen waren die Gráben noch gut faflbar. In beiden Fallen handelt es sich um im Profil nahezu rechteckige, mit horizontaler Unterkante eingetiefte Sohlgráben. Der schmálere AuBengraben wies eine Breite von 3,40 m und eine Tiefe von etwa 1 m unter dem heutigen Niveau auf. Die Breite des inneren Grabens betrug 4 bis 4,50 m; er war mit einer Tiefe von 1,80 m noch wesentlich besser erhalten. Der Raum zwischen beiden Gráben betrágt 14 m. Zeitstellung: jüngere Aunjetitz-Kultur. Literatur: Nikitsch 1985, 320ff. Eine Gesamtvorlage der Grabung erscheint in den Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft Wien 123/124, 1993/94. (Abb. 3.) 4. Michelberg. KG Haselbach, MG Niederhollabrunn, GB Stockerau, VB Korneuburg, Niederösterreich. Der 409 m hohe Michelberg nördlich von Stockerau stellt eine markante und weithin sichtbare Kalkklippe der Waschbergzone dar. Um das ovale, 100x80 m groBe Gipfelplateau verláuft ein zweifaches, ovales Wall- und Grabensystem. Die Gráben Hegen in einen Abstand von 4 m zueinander. Der Aushub der ansohlig in den Felsen eingetieften Spitzgráben wurde zur Aufschüttung der AuBenwálle verwendet bzw. zwischen beiden Gráben abgelagert. Der áuBere Gráben war noch mit einer Breite von etwa 1 m und eine Tiefe von 0,90 m erhalten. Der Innengraben weist eine Breite von 3—4 m bei einer Tiefe von 0,80 m (Grabensohle unter Bodenoberkante) auf. In der geringen Bodenauflage am Plateau konnten weder eine Stratigraphie wie siedlungskundliche Befunde nachgewiesen werden. Zeitstellung: jüngere Aunjetitz-Kultur. Literatur: Windl 1981 und 1983. Freundliche Mitteilung E. Lauermann und H. Windl. 5. Oberleiserberg. KG Oberleis, MG Ernstbrunn, GB und VB Korneuburg, Niederösterreich. Der weithin sichtbare und landschaftsbeherrschende Oberleiserberg ist mit seinem 457 m hohen, nahezu ebenen Plateau eine der höchsten Erhebungen des östlichen Weinviertels. Er stelt einen bedeutenden ur- und frühgeschichtlichen Fundplatz dar. Seine Hochfláche hat die Form eines unregelmáBigen Ovals von 360x250 m mit 6,5 ha Fláche. Den Plateaurand begleitet der heute noch sichtbare spáturnenfelderzeitliche Wall. Im höchsten Bereich am Westrand des Berges wurde ein in den Kalkfelsen eingetiefter, vëterovzeitlicher Gráben auf einer Lángé von 70 m freigelegt. Er endet vor der Höhe des heutigen Aussichtsturmes, wo der Fels besonders massiv ist und der Gráben deshalb in diesem Bereich nicht weiter geführt wurde. Dieser setzt sich dananch in südlicher Richtung fort, wo er durch einen 250 m vom Aussichtsturm entfernten Schnitt im Süden vor der Plateaukante des Berges erneut erfaBt werden konnte. Nimmt man einen Verlauf um den gesamten Berg herum an, dann handelt es sich um eine ungewöhnlich groBe Befestigungsanlage von 6,5 ha Gesamtfláche! Die Form des Grabens variiert zwischen einem ansohligen Spitzgráben bis zu einem flachen Sohlgraben sowie einem Sohlgraben mit verkehrt trapezförmigem Profil. Seine Breite betrágt 5—7 m bei einer Tiefe bis zu 3,50 m unter dem heutigen Bodenniveau. Die stellenweise sehr lockere Grabenverfüllung bestand aus durch Feuereinwirkung gebrannter Erde mit Hüttenlehm, durchgeglühtem Kalkschutt und Aschenschichten. Hinweise auf einen Wall Hegen nicht vor. Zeitstellung: Vetefov-Kultur. Literatur: Freundliche Mitteilung H. Friesinger und A. Kern. Da die Grabungsergebnisse und die Funde noch nicht aufgearbeitet sind, ist eine feinchronologische Aussage vorerst nicht möglich. 6. Oberschoderlee—„Hausberg". KG Oberschoderlee, MG Stronsdorf, GB Laa an der Thaya, VB Mistelbach, Niederösterreich. Auf der 260 m hohen Kuppe des Hausberges zeigt das Luftbild eine kreisförmige Grabenanlage, wobei nicht eindeutig entschieden werden kann, ob nur ein Gráben, oder noch ein zweiter, innerer Gráben vorliegt. Derzeit ist der gröBte Teil des Grabenwerkes durch Aufforstungen nicht zugánglich, doch dürfte die Anlage noch ganz erhalten sein. Der gut erkennbare „áuBere" Gráben hat mit 8 m Breite einen maximalen Durchmesser von 112 m. Toranlagen sind meines Erachtens nicht vorhanden (im Gegensatz dazu R. Nikitsch (s. u.). Die Fláche würde ca. 12.500 m 2 betragen. Der vermeintliche Innengraben hat höchstens