Ljudje ob Muri. Népek a Mura Mentén 2. kötet (Zalaegerszeg, 1998)

Bernhardt Hebert (Graz): (Archäologische) Denkmalpflege entlangder Mur in der Steiermark

Bernhard HEBERT RESUME Die Mur durchfließt große Teile der Steiermark und bestimmt damit wesentliche Natur­und Kulturlandschaften. In dem Referat sollen einige archäologische und denkmalpflegerische Aktivitäten des Bundesdenkmalamtes aus den letzten Jahren vorgestellt werden, die Objekten gewidmet waren, die in ihrer Lage, Entstehung und Funktion eng mit dem Fluß verbunden sind. Das vorliegende Resümee beschränkt sich darauf, Themen, Objekte und Fundstellen zu nennen: Vordringliches Ziel der Denkmalpflege ist die Erhaltung der Denkmale, die Bewahrung vor Zerstörung jeder Art. Diese beginnt bei illegalen Grabungen (z.B. in den durch die ältesten Funde unseres Landes bekannten Höhlen des Grazer Berglandes bei Peggau, in römerzeitlichen Hügelgräbern im Kaiserwald südlich von Graz) und endet bei - gerade im Zentralraum um die mittlere Mur mit seinem reichen Denkmalbestand ausgesprochen starken - Nutzungskonflikten durch Verbauung (z.B. im municipium Flavia Solva oder in der zugehörigen spätantiken Rückzugssiedlung am Frauenberg bei Leibnitz) oder Abbautätigkeiten (z.B. Kanzelkogel bei Gratwein nördlich von Graz mit einer kupferzeitlichen Siedlung). Die meisten Grabungen der letzten Jahre standen im Zusammenhang mit diesen Nutzungskonflikten, waren Notgrabungen, bei denen oft nur Teile wichtiger Fundplätze untersucht werden konnten. Dies gilt für den großen römischen vicus von Kaisdorf bei Graz ebenso wie für die römische Höhensiedlung am Kugelstein in Adriach bei Frohnleiten. Die verkehrsgeographische Situation, die schon in der Antike für das Entstehen und Wachsen dieser Siedlungen ausschlaggebend war, bedingt heute ihre besondere Gefährung; andererseits hat sie auch zur Entwicklung von funktionell ähnlichen Objekten in verschiedenen Perioden geführt: Ausgehend vom bereits genannten befestigten Kugelstein kann die Weiterführung der Funktion einer Straßenstation in mittelalterlichen Burgen (z.B. Rabenstein bei Frohnleiten) gezeigt werden, die Weiterführung der Funktion des Handelsplatzes in einem mittelalterlichen Markt (z.B. Frohnleiten). Flußläufe bedürfen der Querung durch oft baulich bemerkenswerte antike (z.B. Adriach bei Frohnleiten) und neuzeitliche (z.B. Weinzöttlbrücke in Graz) Brücken, werden aber auch selbst als Verkehrsweg und Energiequelle (z.B. Elektrizitätswerk in Deutschfeistritz 1908) genutzt, was manchmal die materiellen Grundlagen für einige der schönsten Baudenkmale entlang der Mur geschaffen hat (z.B. das Hammerherrenhaus Schloß Thinnfeld in Deutschfeistritz, 1761-1764). 114

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