Ljudje ob Muri. Népek a Mura Mentén 2. kötet (Zalaegerszeg, 1998)

Vándor László (Zalaegerszeg): A bajcsai vár feltárásáról (1995–1996. évi eredmények)

VÁNDOR László DIE FREILEGUNG DER FESTUNG BAJCSA Auf der westlichen Seite des breiten, sumpfigen Tales des Principális-Kanals (bis das 18. Jahrhundert Kanizsa-Bach), südöstlich der Siedlung Bajcsa befindet sich ein hoher Hügel. Dieses Gelände nennt man Törökvári-Flur, was darauf hinweist, daß die lokale Bevölkerung über das hiesige Bestehen einer Festung wußte, und diese Kenntnis den folgenden Generationen immer überlieferte. Am östlichen und südlichen Hang des Hügels wiesen die Reste des einstigen Festungsgrabens auf die Spuren der Festung hin. Auf der westlichen und östlichen Seite waren die Spuren des Verteidigungssystems nicht zu sehen. Auf der grasigen, waldbedeckten Oberfläche konnten Ziegel- und spätmittelalterliche Keramikbruchstücke gesammelt werden. Am südlichen Hang des Hügels hielt die GmbH Drávakavics eine große Sandgrube inbetrieb, und 1995 erreichte die Sandentnahme das Gelände der Festung. Der Bagger fand Ziegelmauern, darum mußten wir da mit den Ausgrabungen beginnen. Um die hiesige Festung ging es schon in den Arbeiten einiger ungarischer Forscher, die aufgrund der mitgeteilten Angaben der Meinung waren, daß György Zrínyi die Festung bauen ließ. Das breite, sumpfige, sich in Nord-Süd-Richtung ziehende Tal des Kanizsa-Baches spielte in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts eine wichtige strategische Rolle. Ab 1566 war die Festung Kanizsa der Sitz der sich zwischen dem Balaton und den Flüssen Drau und Mur ersteckenden Oberhauptmannschaft, die die Grenze des ungarischen Königreichs gegen die Türken verteidigte. Diese Aufgabe konnte mit der Zeit wegen der schlechten Verpflegung und Rüstung, aber hauptsächlich wegen des schwachen Zustandes der Festungen immer weniger erfüllt werden. Am Ende der 70er Jahre des 16. Jahrhunderts entschied der Kriegsrat über die Verwirklichung einer auf dem Tal basierenden neuen Verteidigungslinie. Die von den türkischen Angriffen gefährdete Steiermark übernahm die Verteidigung des Gebietes zwischen Kanizsa und der Mur, und eine neue Festung wurde in einem außerordentlich schnellen Tempo in Bajcsa gebaut. Auch die Festung von Murakeresztúr wurde renoviert, und in Fityeháza und Bernátháza wurden kleinere Festungen errichtet. All das ist aus der Studie von F. O. Roth zu wissen, der als erster die sich auf die Bauarbeiten der Festung Bajcsa beziehenden Angaben des Grazer Archivs veröffentlichte (1970). Da die Festung auf einem losen Sandboden aufgebaut wurde, gab es von Anfang an schwierige Probleme, und die Festung konnte ihre Aufgabe nicht erfüllen. Außer den recht vielen wichtigen Angaben kann man aus der erwähnten Studie zwei grundlegende Tatsachen aber nicht erfahren: Einerseits nämlich, was für ein Baumaterial zum Aufbau der Festung benutzt wurde, und andererseits, wann die Wache die Festung endgültig verließ. Aus der Studie von Roth und aus der örtlichen Praxis konnte es auf eine Planken­festung geschlossen werden, darum machte uns das Vorkommen der Ziegelmauern eine Überraschung. Die Freilegung der Festung wurde von Dr. László Vándor und Dr. Gyöngyi Kovács 1995 begonnen. Sowohl im Jahre 1995 als auch 1996 dauerten die Grabungen einen Monat. Im Verlauf der Arbeiten wurden das Festungssystem auf der östlichen und nordöstlichen Seite, und die Objekte, überwiegend Abfallgruben im östlichen und nördlichen Teil der Festung innerhalb der Mauern erschlossen. 106

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