Veszprém kora középkori emlékei (Veszprémi Múzeumi Konferenciák 5. 1994)
Lovag Zsuzsa: A Veszprémi Múzeum vaskeresztje
Zsuzsa Lovag DAS EISERNE KREUZ DES VESZPRÉMER MUSEUMS In der Innenstadt von Veszprém, in der Madach-Straße kamen in den zwanziger und dreißiger Jahren mehrere Gräber zum Vorschein, die aufgrund ihrer Funden zu einem größeren Reihenfriedhof Gehört haben müssen, in dem bis Mitte des 11-ten Jahrhunderts bestattet wurde. Auf der Brust eines der Männer-skelette lag ein eisernes Kreuz in einem sehr gebrochenen Zustand. (Das Kreuz ist in einer ergänzten und stark restaurierten Form im Veszprémer Museum zu sehen.) Das Kreuz wurde aus dünnen Eisenplatten ausge-schnitten und seine originale Form und eventuellen Maßen können nur aufgrund des relative ganz gebliebenen Fußes rekonstruiert werden. Nach der aufgrund der Paralellen rekonstruierten Zeichnung war das Kreuz ein ungefähr 24-25 cm hohes lateinisches Kreuz, die Enden der Balken, sich erweiternden waren bogenartig abgeschlossen und am Fuße gab es - aller Wahrscheinlichkeit nach - einen Stieldorn. In der Mitte der Vorderseite ist ein aus vergoldete kupfernem Perlendraht gewesenem, mit Perlen geziertem Kupferdraht dreifach geflochtener Ring, darunter ein aus gebogenem Perlendraht ein kleinerer Ring und ein Tropfenmotiv, am unteren Balkenende befindet sich ein ähnlicher Ring. (An den anderen Balken konnte man - wegen der Unvollständigkeit des Kreuzes - nur mehr ahnen, daß es auch hier eine ähnliche Verzierung gab.) Die Form des Kreuzes gehört zweifellos zu den frühesten Typen der Darstellung des Kreuzes; die sich strahlartig ausbreitenden Balken lassen auf das Siegeszeichen, das Konstantinus dem Großen erschien, schließen. Diese Kreuzform war immer schon ein charakteristischer Typ der byzantinischen Kunst, ob es sich um ein Kreuz mit dem Korpus Christi oder ebenfalls auf das himmlische Zeichen hinweisend - eins mit Edelsteinen geziertes handelt. Die mit Edelsteinen gezierten Kreuze verbreiteten sich vom 7-ten Jahrhundert an auch in West-Europa und bis zum 11-ten Jahrhundert bewahrten sie ganz klar die Spuren ihrer byzantinischen Herkunft. Nach diesen aus Edelmetal gefertigten und mit Edelsteinen gezierten Kreuzen erscheinen schon im 5-6-ten Jahrhundert die Nachahmungen, die 71