Veszprém kora középkori emlékei (Veszprémi Múzeumi Konferenciák 5. 1994)

Lovag Zsuzsa: A Veszprémi Múzeum vaskeresztje

schon aus billigerem Stoff, vor allem aus Kupfer und seltener - wie es auch das Veszprémer Stück beweist - aus Eisen gefertigt wurden. Die Edelsteine wurden mit geritzten Punktkreisen, mit vergoldeten oder versil­berten Filigranintarsien imitiert und an den Balkenenden waren kreisförmi­ge Plättchen oder Knöpfe angebracht. Es gibt mehrere Exemplare davon in dem Kölner Schnütgen-Museum, in der Washingtoner Dumbarton-Oaks­Sammlung, in dem Genfer Musée d'Art et d'Histoire. Einige sind mit ge­ritzten figuralen Szenen verziert (Christus auf den Thron, Maria in Orans­haltung, Heiligen und Erzengel), doch für die meisten sind die oben er­wähnten steinimitierenden Verzierungen charakteristisch. Zu diesen gehört auch die kreis- und tropfenförmige Filigranverzierung des Veszprémer Kreuzes. Dieser Typ blieb lange Zeit erhalten, vom 5-6-ten Jahrhundert an bis zum 12-20-sten Jahrhundert. Ihrer Bestimmung nach gibt es unter ih­nen Bronze-Kreuzreliquiaren aus dem Heiligen Land, Handkreuze und auch größere, in der Nähe des Altars aufstellbare Kreuze. Es taucht die Frage auf, wie das zweifellos byzantinische eiserne Kreuz in das Männergrab des Friedhofs gelangt ist, der von Mitte des 10-ten bis Mitte des 11-ten Jahrhunderts gebraucht wurde. Wir wissen nur sehr wenig über den systematisch nie freigelegten Friedhof, um daraus irgendwelche historischen Schlussfolgerungen ziehen zu können. Es könnte eine einfache Grabbeigabe gewesen sein, aber auch ein Zeichen der Bekehrungstätigkeit seitens der Byzantiner. Wir verfügen über viele archäologische Daten über den Einfluß von Byzanz auf Ungarn im 11-ten Jahrhundert Ausser der eindeutlich westlich orientierten historischen Daten bewahrt die Gegenstandkultur auch in der zweiten Hälfte des 11-ten Jahrhundert charakteristische Merkmale des östli­chen Christentums. Ausser Italien wurden z.B. nur in Ungarn noch im 12-ten Jahrhundert die Gegenstandkultur auch noch in der zweiten Hälfte des 11-ten Jahrhundert die Kreuze byzantinischen Typs mit ausbreitenden Balken gefer­tigt und in lateinischen Liturgie gebraucht. Wahrscheinlich wurden infolge der Kirchentrennung im Jahre 1054 nicht ganz die schon früher entstandenen und mit Denkmälern und Patrozi­nien bewiesenen vielseitigen Beziehungen abgebrochen, die Jahrhunderte hindurch in der gemeinsamen östlichen und westlichen Kirchen gültig wa­ren. Das bezieht sich ganz besonders auf Ungarn, das gleich weit von Rom und Konstantinopel, bzw. im Grenzgebiet der zwei Christentümer liegt. Ein Beweisstück dafür ist - unter vielen anderen - auch das in dem Veszp­rémer Friedhof freigelegte eiserne Kreuz. 72

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