Gizella és kora (Veszprémi Múzeumi Konferenciák 4. 1993)

Praznovszky, Mihály: Königin Gizella in den ungarischen historischen Dramen

ner anderen Stelle die Tätigkeit der Königin Gizella, wobei sie den ver­schiedenen neuen Kirchen Kirchengeräte spendete und fertigen ließ. Laut Képes Krónika jedoch war die wahre Gizella eine intrigierende Per­son, die das Verderben der wahren Ungarn erreichen wollte. Als König Ist­ván seines nahen Todes bewußt war, wollte er Vazul auf den Thron erhe­ben. „Als dies Königin Gizella hörte - schrieb der unbekannte Verfasser der Képes Krónika, - hielt sie eine Beratung mit Buda, mit diesem nieder­trächtigen Menschen und schickte in aller Eile ihren Boten namens Sebös, der ebenfalls ein Sohn von Buda war, in das Gefängnis, wo Vazul gefangen war. Sebös ist dem Boten des Königs vorangekommen, hat Vazul die Au­gen ausgestochen und ihm in die Ohren Blei gegossen..." Die Absicht von Gizella war offensichtlich: sie wollte einen König auf dem Thron sehen - in diesem Fall den Peter aus Venedig -, damit sie die eigentliche Herrschaft übernehmen könne. „Das Ziel war, daß Königin Gi­zella ganz ihrem Wunsch und ihrer Ansicht nach handeln kann, um die Un­garn ihrer Freiheit zu berauben und sie den Deutschen zu unterordnen". Hier also wieder das bekannte Bild: die machinierende, intrigierende Königin, die die Herrschaft der Fremden sichern möchte. (Die Anzahl der ähnlich gesinnten ungarischen Königinnen wird später noch zunehmen: denken wir nur an Gertrudis oder Beatrix!) Zur Entstehung dieses gegensätzlichen Bildes der Darstellung der Gizel­la trugen auch die gegensätzlichen ausländischen zeitgenössischen Quellen bei. In den Altaicher Annalen stand kein Wort über die Tätigkeit von Gi­zella. Hier nannte man eindeutig den König István, der über die Thronfolge entschieden hatte: „Der gute König István... da sein Sohn noch zu seiner Lebenszeit gestorben ist, und da er keinen anderen Sohn hatte, adoptierte Peter und ernannte ihn zum Nachfolger seines Throns; den Sohn seines Bruders, der würdiger des Thrones war, war damit nicht einverstanden, und so ließ ihn István verblinden und seine Söhne verbannen". Diese Quelle stammt fast aus der gleichen Zeit, wie die Legende des König Stephans. In der nicht viel später erschienenen Weltchronik von Albericus baká­mén wir wieder die verzerrte Darstellung: „... diese Königin Gizella - wie gesagt wurde - hat viel Böses in jenem Land begangen und schließlich hat man sie - nach dem Tode des Königs - umgebracht". Im Jahre 1488 erschien von Thuróczy János das Werk: „A magyarok krónikája (Die Chronik der Ungarn)" aus der - aller Wahrscheinlichkeit nach - die späteren Geschichtsschreiber ihre Kenntnisse nahmen, wie auch selbst Thuróczy, der sich beim Verfassen seines Werkes ebenfalls auf die früheren Chroniken stützte. Auch bei ihm ist Gizella eine gegensätzliche Persönlichkeit: eine gnädi­ge Königin, abr auch eine schlaue Politikerin, die nach dem Tode von Ist­ván so richtig zu machinieren begann. Nachdem sie die Absicht des Königs 102

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