Struktúra és városkép. A polgári társadalom a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1997. október 16-17-én (Veszprém, 2002)
Bevezető - Gyáni Gábor: A polgári átalakulás problémái
eine individualistische Lebensweise und entsprechende Wertvorstellungen hat. In der letzeten Zeit zweifelt man an dieser Vorstellung über die Bürger, nachdem es angenommen worden wurde, dass die industrielle Revolution nicht eben durch die zunehmende Produktion, sondern vielleicht durch den intensiv zunehmenden Bedarf der Verbraucher verursacht worden war. Das Niveau und die Art des Verbrauchs scheinen also immer mehr Quelle bürgerlicher Identität Mitte und Ende des letzten Jahrhunderts zu sein. Deshalb werden heute die kulturelle Praxis und die Definition des Bürgers zusammen erörtert (Peter Gay, Jürgen Kocka). Das zweite Problem hängt ebenso mit der Identifikation des Bürgertums als gesellschaftliche Gruppe zusammen und wirft die Frage auf, ob die wirtschaftliche Autonomie der Unternehmer, die der finanziellen Unabhängigkeit und der Individualität die Grundlagen bietet, wirklich ein so unentbehrliches Kennzeichen bürgerlichen Status darstellt? Vieles deutet daraufhin, dass Berufsstellen - Manager oder auch mit der Expansion des Professionalismus massenhaft gewordene und in Angestelltenstatus geratene Intellektuellenberufe - den Arbeitnehmer gleich zu Bürger verwandeln können. Ein typisch ungarisches und mitteleuropäisches Problem ist die exzeptionelle Rolle der Juden in der Verbürgerlichung. Die eigentliche Frage zielt hier nicht aufs Bezweifeln der Rolle dieser Volksgruppe auf diesem Gebiet, es wäre ja unnützlich, darüber zu diskutieren. Die Frage lautet in der Wirklichkeit so: War die Verbürgerlichung der Juden wirklich so beispielhaft und einzigartig, indem bei uns diese Gruppe - es mangelte an anderen Gesellschaftsgruppen - das bürgerliche Niveau darstellte? Ich bin fest davon überzeugt, dass es nicht zutrifft, auch wenn zahlreiche wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturgeschichtliche Tatsachen für diese These sprechen. Ich möchte hier zwei Gegenargumente erwähnen: einerseits spielten nicht nur die Juden des Mittelstandes oder der Obermittelschicht in der Verbürgerlichung eine Rolle, wie die neueste Forschung - auf dem Gebiet der Makrogruppen (Beamte, Offiziere, Intellektuelle) - es auch beweist. Andererseits konnte in Ländern, wie Ungarn, wo die ursprünglich partikuläre 23