K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
MERCZI, MÓNIKA: Frühkindliche Skelettfunde aus dem römischen Gutshof von Baláca
MERCZI MÓNIKA FRÜHKINDLICHE SKELETTFUNDE AUS DEM RÖMISCHEN GUTSHOF VON BALÁCA Einleitung Der größte römerzeitliche Gutshof Transdanubiens wurde 1904 in Baláca, im Anziehungskreis des Plattensees entdeckt. Die ersten Freilegungen wurden 1906-1926 von Gy. Rhé durchgeführt, die zweite Phase der Forschungen begann 1976 unter der Leitung von S. Palágyi, und dauert bis heute. Während den Ausgrabungen konnten 17 Steingebäude bestimmt werden. Der mehrmals umgebaute Gutshof erreichte seine größte Ausdehnung im 3. Jahrhundert, und war bis zum Ende des 4. Jahrhunderts in Benutzung. 1 Unweit den in Verfall geratenen Gebäuden des Gutshofes, etwa in einer Entfernung von 5-600 Metern, entstand in der Arpadenzeit das Dorf von Fajsz, von dem bis jetzt die Kirche und 78 arpadenzeitliche bzw. spätmittelalterliche Gräber um die Kirche freigelegt wurden. 2 Die Ausdehnung der Siedlung konnte aufgrund Oberflächenfunde bestimmt werden. Die arpadenzeitlichen Bewohner von Fajsz nahmen die Gebäude des römischen Gutshofes von Baláca auch in Gebrauch. Außer der arpadenzeitlichen Keramikfragmente, die in der obere Schicht der Gebäude überall zumVorschein kamen, konnten aus ihrer Nachlassenschaft auch Häuserreste, Gruben und ein Ofen archäologisch erfasst werden. 3 In der zweiten Phase der Balácaer Freilegungen kamen in mehreren Gebäuden Skelette von Neugeborenen und Säuglingen zum Vorschein. Die meisten Funde stammten aus dem Gebäude II, aus dem Gebäude I und XIV konnte je 1 Skelett untersucht werden. Die Skelette waren meistens unvollständig, oft waren nur Körperabschnitte vorhanden, Erhaltungszustand der Knochen kann als gut bezeichnet werden. 7 Skelette (Skelette 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9; Skelette 5, 9: fraglich) wurden aus solchen Schichten freigelegt, wo arpadenzeitliche Tätigkeit nachgewiesen werden konnte, so können diese Funde in die Arpadenzeit datiert werden. Demgegenüber war Skelett 2 wahrscheinlich römisch. Die Fundzusammenhänge von Skelett 1 können nicht mehr geklärt werden, 4 über die Datierung der Skelette 10, 11, 12 kann erst nach der vollständigen Bearbeitung des archäologischen Fundmaterials etwas erfahren werden. Da aus der Arpadenzeit in der Nähe des Gutshofes nur der Friedhof des benachbarten Dorfes von Fajsz bekannt ist, und die arpadenzeitlichen Funde in Baláca auch mit den Bewohnern von Fajsz in Verbindung gebracht wurden, wird es angenommen, daß sie den ehemaligen römischen Gutshof nicht nur als Wohnort benutzten, sondern sie ließen hier, vor oder nach der Wohenperiode, ein Teil ihrer Kinder bestatten. Die Skelette werden in Veszprém, im „Laczkó Dezső" Museum aufbewahrt.