K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)

MERCZI, MÓNIKA: Frühkindliche Skelettfunde aus dem römischen Gutshof von Baláca

Methoden Die Untersuchung des Fundmaterials geschah mit Verwendung der folgenden Methoden: Sterbealter der Neugeborenen (0-3 Monate) 5 wurde nach den Maßangaben von Kósa 6 und den Regressionsformeln von Scheuer et al. 7 geschätzt. Reifezustand der Neugeborenen konnte mit der Methode von Grefen-Peters 8 beurteilt werden, die für die größten Diaphysenlängen der Langknochen halblogaritmisch den Variationsbereich für Neugeborene 9 bestimmte, außerdem die Proportionsänderungen der einzelnen Extremitätenknochen während der pränatalen Entwicklung 10 und die Korrelation zwischen den Diaphysenlängen von Humerus und Tibia 11 bzw. von Humerus und Femur 12 untersuchte. Nach der World Health Organisation (WHO 1961) 13 sind jene Kinder, die vor der 37. Woche der Schwangerschaft (= 9,3 Lunarmonate) zur Welt kommen, nicht geburtsreif. Altersschätzung der Säuglinge (4-12 Monate) geschah nach der größten Diaphysenlänge der Langknochen. 14 Falls es möglich war, wurde bei den frühkindlichen Skelettfunden der Entwicklungszustand der Zähne 15 auch untersucht. Die Körperlänge mittels der größten Länge von Humerus, Ulna, Femur und Tibia wurde nach den Formeln von Kósa 16 und Olivier 17 geschätzt, und mit rezenten ungarischen Körperlängen angaben verglichen. Da sich das Geschlecht an Kinderskeletten nicht leicht bestimmen läßt, wird es weder in den Methoden der Altersschätzung noch in den Formeln zur Berechnung der Körperlänge in Betracht gezogen. Deshalb mußte die rezente durchschnittliche Körperlänge aus der Körperlänge der Jungen und Mädchen 18 mit Berücksichtigung der Anzahl der untersuchten Fälle kalkuliert werden (Tabelle 6). Beschreibung des Fundmaterials Skelett 1: Gebäude I/Raum 6 (Inv. Nr.: 81.8.2.) Gut erhaltenes Skelett eines Neugeborenen: Himschädel, Unterkiefer und isolierte Zähne; von den Skelettknochen fehlt nur die linke Tibia (Abb. 1,1). Alter. Entwicklungszustand der Zähne spricht für ein Neugeborenes. Nach der Methode von Kósa zeigt die Diaphysenlänge der oberen Extremitätenknochen den Fund älter als 10 Lunarmonate, anhand des Femurs ist er genau 10 Lunarmonate alt, aber die Tibia und die Fibula zeigen ihn jünger als 10 Lunarmonate. Nach Scheuer et al. war das Kind 9,7 Lunarmonate (= 38,6 Wochen) alt. Nach Grefen-Peters liegt der Fund nach der Länge der oberen Extremitätenknochen und des Femurs im unteren Variationsbereich Neugeborener, demgegenüber erreichten die Tibia- und Fibulalänge nicht einmal die Minimalwerte des Bereiches. Die Proportionsänderungen der Langknochen und die Korrelation zwischen den Diaphysenlängen sprechen dafür, daß der Fund für ein „geburtsreifes Neugeborene" gehalten werden kann. Skelett 2: Gebäude U/Raum I ( 1987) Rechter Radius eines Neugeborenen. Alter. Nach Kósa älter als 10 Lunarmonate, nach Scheuer et al. 10,4 Lunarmonate

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