K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
OTTOMÁNYI, KATALIN: Römerzeitlicher Vicus in Budaörs
Im Verlauf des Markomannenkrieges brannte ein großer Teil der Siedlung ab. Die oberen Häuserreihen wurden zerstört. Aus der Zeit von Severus sind in diesem Teil nur noch ein paar Gruben zu sehen. Außerdem nahm im Verhältnis zu den früheren die Zahl der vertieften Grubenhäuser ab. Aus dieser Epoche sind von ungefähr 360 Objekten (Gruben, Öfen, Pfostenlöcher, Haus) insgesamt 28 Wohnhäuser (in die Erde vertiefte, bzw. Pfostenhäuser). Im Vergleich zu den 22% der vorherigen Epoche sind nur noch 7,7% nicht aus Stein gebaut. Unser Fundmaterial ist reich, z.B. fanden wir in einem runden Grubenhaus mit Lehmfußboden 46 terra sigillata. Auf dem mit halbrunden Steingebäuden umgebenen Gebiet gibt es in der Zeit des Severus nicht nur wenig Häuser, sondern es sieht so aus, als wenn es auch wenig Gruben gäbe. Hier könnte ein offener, frei gelassener Platz, Park oder eine teilweise mit Kies versehene Gehfläche gewesen sein mit vielleicht kleinen rechteckigen Heiligtümern (L/656, 406 Obj.). Im NO wird allerdings der Teil mit Lehm-, Schlackengrube und Öfen bevölkert. Außerdem fanden wir zwei viereckige aus Ton, bzw aus Lehmziegeln gebaute Brennöfen mit Fundmaterial aus dem 2.-4. Jahrhundert in der Brenngrube. Die Blütezeit des Steinbaus auch hier in Budaörs - sowie am ganzen Verlauf des Limes - war in der Zeit Severus. Die älteren Gebäude wurden erneuert. Das kann hauptsächlich im westlichen „Halbkreis" beobachtet werden. Im Süden wird an das Gebäude mit mittlerem Gang - in dem der Gang in diesem Abschnitt umgebaut wird - ein Raum angebaut, in dem Bruchstücke eines Freskos an die Oberfläche gelangten (Raum 7). Es sieht so aus, als wenn die vorrangige Form des Wohnhauses in dieser Periode ein stehendes Rechteck wäre, in der Aufteilung von einem Drittel zu zwei Dritteln. Mit zwei solchen wird die früher im Halbkreis gebaute Wohnhausreihe im NO erweitert: L/543 und L/527 Gebäude. (Diese wurden von M. Kaba 1963-1965 gefunden). Aus dieser Epoche befinden sich 68 Spuren, die auf Steinbau hinweisen, von denen die Hälfte Steingebäude sind und die weiteren aufgepflügte Mauern und Schutt. Der Blütezeit von Severus wurde zu Beginn der 50-er Jahre des 3. Jahrhunderts durch einen barbarischen Einfall (Quaden) ein Ende bereitet. Der 1963 gefundene Münzschatz (Ende 251-252) zeigt, daß der große Teil dieser Siedlung zu dieser Zeit zerstört wurde und die alten Besitzer ihr verstecktes Geld nicht mehr ausgraben konnten. Diese Zerstörung wird auch durch die Brandschicht mehrer Objekte bezeichnet. Im Verlauf des 3. Jahrhunderts wird wahrscheinlich erst in der zweiten Hälfte die mit Steinen ausgelegte Hauptstraße in Richtung N-S gebaut (L/162 Obj.). An der Oberfläche fanden wir nach dem Pflügen nur noch kleinere Steine, die früher wahrscheinlich mit Kies bedeckt waren. An den Rändern blieben an manchen Stellen die Bordsteine erhalten, an der W-Seite verläuft parallel vielleicht eine Mauerwand (L/ 303 Obj.). Im Norden könnte die Straße bis zum Gräberfeld geführt haben, im Süden reichte sie bis an den Bach. An der östlichen Seite des Straßenverlaufes befindet sich das Hauptgebäude des vicus, das auch von den anderen beiden Seiten von einer Straße umgeben ist. Seine früheste Periode liegt im westlichen Teil, die in der Zeit von Severus beliebte Form des stehenden Rechteckes und in der südlichen Hälfte mit der Aufteilung zu einem Drittel. Im größeren