K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
GABLER, DÉNES: Geometrische Mosaiken in der Villa von San Potito di Ovindoli
DÉNES GABLER GEOMETRISCHE MOSAIKEN IN DER VILLA VON SAN POTITO DI OVINDOLI Das Archäologische Institut der Ungarischen Akademie der Wissenschaften stellt seit 1983 Untersuchungen, in der Gemarkung von San Potito di Ovindoli in Mittelitalien, auf dem Fundort Abbázia oder Piano dei Santi in Zusammenarbeit mit der Soprintendenza archeologica dell' Abruzzo an 1 . Die Grabungen wurden von F. Redő und D. Gabler geleitet. Der Zweck der Arbeiten ist, eine früh-, bzw. mittelkaiserzeitliche Villa möglichst vollständig freizulegen. Die in der Provinz L'Aquila, von Ovindoli 5 km weit entfernt liegende heutige San Potito befindet sich in einem schmalen Tal von N-S-Richtung in den Apenninen, 1053 m ü. d. M. 2 Die Villa liegt der heutigen Siedlung nahe, am rechten Ufer des das Bett häufig wechselnden Baches San Potito, auf dem munizipalen Territorium der von den belgischen Fachleuten untersuchten Stadt A Iba Fucens, etwa 15 km entfernt. 3 Die Villa befand sich in der Nähe der via Valeria . Die gut sichtbaren Reste des Gebäudekomplexes riefen das Interesse seit dem 17. Jahrhundert auf. Nach Mucius Febonius 4 , dem Verfasser der História Marsorum (1678) befand sich die Residenz von Lucius Verus in San Potito. Nach mehreren Legenden erlitten drei Christlichen den Märtyrertod, während sich der Kaiser Lucius Verus da aufhielt. In der Nähe der zusammengestürzten Villa wurde eine kleine mittelalterliche Burg - meist aus den Steinen der Villa - auf einem, sich über die Umgebung erhebenden Felsblock errichtet. Sie wurde mit einer Kirche zusammen bereits 1074 im Regesto di Farfa 5 erwähnt. Diese Umgebung ist reich an Quellen. Eine - an mehreren Stellen auch heute sichtbare - unterirdische Wasserleitung (rivus subterraneus) lieferte das Wasser für Alba Fucens aus der in der Nähe befindlichen Quelle Santa Eugenia. Eine Inschrift beweist, dass der aquaeductus im 1. Jahrhundert n. Chr. repariert wurde {Abb. 1). Bis jetzt konnten die Freilegungen den Grundriss eines 201 x 100,7 m großen Gebäudekomplexes großenteils klären. Auf dem südlichen Teil der Villa ist eine ununtersuchte Fläche zu finden. Da wurde nämlich das Gebäude durch die Erosion und landwirtschaftliche Nüztung in so großem Maße vernichtet, dass seine Ausdehnung nur mit Hilfe der Fundamentreste, (die häufig nur als ein weißen Streifen erhalten geblieben wurden) zu bestimmen ist (Abb. 2). Die Räume der Villenwirtschaft wurden um drei große Höfe gruppiert. Die Räume um den nördlichen und mittleren Hof sind gleichzeitig errichtet, obwohl der mittlere Trakt auch eine frühere Anlage eingeschlossen hat. Die Trakte verschmälerten sich gestaffelt nach Süden, wo der Gebäudekomplex nur kaum mehr 53 m breit war. Bis jetzt legten wir 58 Räume der Villa vollkommen, bzw. zum Teil frei. Während der Freilegungen konnten wir drei größere römische und drei mittelalterliche Perioden beobachten, auch die Mauerbautechnik der einzelnen Perioden war meist unterschiedlich. 6