K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
GABLER, DÉNES: Geometrische Mosaiken in der Villa von San Potito di Ovindoli
Die Bauten der frühesten Periode blieben nur teilweise erhalten. Die Villa inkorporierte die Räume der ersten Periode vollständig (Abb. 3). Die erste Anlage könnte über beträchtliche Dimensionen verfügt haben (34 x 30 m), obwohl seine Länge vollkommen nicht bekannt ist. Es war W-O-orientiert. Darauf kann in erster Linie die erhalten gebliebene Große, das östliche Ende eines unbedeckten und ungepflasterten Hofes schließende Exedra hinweisen. Die freigelegten Gebäudeteile befanden sich entlang dieser Achse. Der Eingang war wahrscheinlich an der Straße, am östlichen Teil des Gebäudekomplexes. Ein Gebäudeflügel könnte wohl hierher gehört haben, aber sein Verhältnis zu den frühen Räumen kennen wir noch nicht. Nur soviel ist bekannt, dass seine Mauer - wahrscheinlich während der Errichtung eines großen Hofes in der zweiten Periode - bis an das Fundament ausgebrochen wurden. In der frühen Periode wurden die Wände mit opus incertum- oder opus quasi quadratum-Techmk erbaut, aber die Exedra - wie die anderen runden Bauten bei den späteren Umbauarbeiten - mit opus reticulatum-Technik errichtet. (Die Achse der frühesten Villa weichte von der des späteren Gebäudekomplexes mit einigen Graden ab, man versuchte das auf dem nördlichen Teil durch das Anbauen der Räume um den großen Hof verschwinden zu lassen.). Zur Periode I gehörte auch ein Brunnen (Abb. 4). Dieser befand sich unter einer, zur Speicherung von Wasser, oder zu dessen gewerblicher Verwendung dienenden Anlage mit doppelter Mauer. Der viele Funde aus dem 1. Jahrhundert enthaltende Brunnen könnte eine Holzverkleidung gehabt haben. In der Periode II wurden die Räume um den nördlichen und mittleren Hof umgebaut, wobei das Prinzip der Axialität weitgehend berücksichtigt wurde. In dieser Periode schwenkte die Achse des Gebäudes etwa um 90 Grad ab, sie könnte also N-S-Richtun orientiert sein. Für die Bauten der Periode II ist die opus mäiwm-Technik kennzeichnend. Der Haupteingang befand sich an der südlichen Fassade des Gebäudekomplexes nach dem lacus Fucinus orientiert. Der Eingang, die in den nördlichen Hof führende „Haupttreppe", der große Wasserspeicher, das nymphaeum und das Wasserwerk (castellum aquarum) liegen alle auf der gleichen Linie - sie bestimmen die Hauptachse des Gebäudekomplexes. Der Haupteingang geht in einen Wirtschaftshof hinaus, der von Osten mit einer Portikus auf dem südlichen Flügel versehen wurde. Die Säulenreihe der Portikus schwenkt nach Norden ab, da befindet sich ein praefurnium-artiger Bauteil. Auf dem nordöstlichen Teil des Hofes errichtete man einen Badetrakt, dessen rundes Lakonikum vor die östliche Abschlussmauer der Periode I der Villa gebaut wurde. Eine Bedienungsanlage oder eine Anlage mit Doppelmauer wurde zum Mauer der Periode I der Villa angebaut. Die Funktion dieser Anlage konnte einwandfrei noch nicht geklärt werden. Hinter der Exedra legten wir eine Latrine frei, dessen Abfluss unter dem Terrazzoboden der Exedra aus dem Gebäude nach Westen führte. Die westlichen Räume des Wirtschaftshofes sind einheitlicher, weil das frühere Gebäude - im Gegensatz zu der östlichen Seite - da nicht inkorporiert werden musste. Zwischen dem Raum XXIIIa und b könnte eine Zwischenwand aus Holz vorhanden gewesen sein (Tramezzo da legno). Zu den Räumen XXI und XXX könnte ein Ausgang,