K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
TOMANIC-JEVREMOV, MARJANA: Das Handwerksstadtviertel des römischen Poetovio
und Rechtsstadtviertel und in unmittelbarer Nähe des Forums, wurde eine Werkstatt für die Herstellung von Erzeugnissen aus Knochen entdeckt, nicht weit davon entfernt fand man noch einen Ofen, höchstwahrscheinlich einen Ziegelbrennofen. Zwei Fragmente von tegulae sind mit Stempeln CAS.C. und M.I.F. versehen. Die Spuren eines Töpferofens entdeckte man auch auf dem südöstlichen Teil des Schlossbergs in der Nähe der Römerstrasse. Am rechten Dravaufer, auf dem Gebiet des heutigen Ortes Spodnja Hajdina, an Abhängen der ersten Dravaterrasse, im Stadtviertel Vicus Fortunáé, wo sich die Zollverwaltung und große Lagerräume befanden, wurden Spuren einer Metallbearbeitungswerkstatt und eines Töpferofens entdeckt. Einige Werkstätten waren auf dem Gebiet von Spodnja Hajdina und Zgomji Breg konzentriert. Unter der Dravaterrasse, nördlich der Mariborer Strasse und im Wohnviertel mit großen und reich ausgestatteten Gebäuden wurden folgende Werkstätten entdeckt: zwei Glaserwerkstätten, eine Werkstatt für die Herstellung von Erzeugnissen aus Knochen, eine Steinmetz- und eine Töpferwerkstatt, die Spuren einer anderen Töpferwerkstatt mit dem Töpferofen und fehlerhaften Erzeugnissen sowie zwei Töpferofen. Einen Töpferofen sowie die Spuren einer Metallbearbeitungswerkstatt mit der Schmelzerei und den Tongießformen entdeckte man am Rande des südlichen Gräberfeldes in Zgomji Breg. Im Rahmen des westlichen Gräberfeldes in Zgomja Hajdina wurde eine Werkstatt für Marmorbearbeitung entdeckt. In der Stadt waren bestimmt auch andere Werkstätten tätig: Schmiede-, Leder-, Gerber-, Schneider-, Tischler-, Schuster-, Färber-, und Weberwerkstätten und noch andere, die aber nur wenige Spuren hinterließen. 6 Auf einem Denkmal wird die Schusterinnung calciaolar(iorum) erwähnt. Auf dem unteren Teil eines im Handwerksstadtviertel gefundenen Grabsteins aus der Mitte des 2. Jahrhunderts ist auf dem Relief das Schmiedewerkzeug abgebildet: ein Hammer, eine Zange und ein Amboss. Im Diokletians Edikt über die Preismaximierung wird ein besonderer Mantel aus Poetovio erwähnt. Töpfer- und Ziegelbrennöfen Bisher wurden auf dem Gebiet der damaligen Stadt 107 Töpfer- und Ziegelbrennöfen entdeckt. Allein 96 Öfen waren in 14 Werkstätten mit vier oder mehreren Öfen vereinigt. Elf Öfen wurden vereinzelt entdeckt, gewöhnlich in der Nähe anderer Werkstätten. Wie schon erwähnt, hatten sich die meisten Öfen im Handwerksstadtviertel befunden, wo man bisher 75 Töpfer- und 20 Ziegelbrennöfen entdeckt hat. Der Großteil der Öfen war in zehn Töpfer- und in drei Ziegelherstellungswerkstätten vereinigt. In einigen Werkstätten entdeckte man auch Trocken- und Arbeitsräume, Brunnen, Wasserspeicher, Räume mit aufbereiteter Tonerde, Abfallgruben mit fehlerhaften Erzeugnissen, Halberzeugnisse, Model und Arbeitsgeräte. 7 Außer zweier wurden alle Werkstätten im zentralen Stadtviertelteil entdeckt. Nördlich des zentralen Stadtviertelteils, entdeckte man eine Töpferwerkstatt mit neun Öfen, drei Brunnen, einem Wasserspeicher und einem Raum mit aufbereiteter Tonerde. 8 Die zweite Ziegelherstellungswerkstatt wurde südlich des zentralen Stadtviertels erbaut. 9 Darin erzeugte man Gratziegel und verschiedenartige Ziegelwaren. Der Grossteil der Ziegel ist mit dem Stempel der Ziegelherstellungs-