K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
TOMANIC-JEVREMOV, MARJANA: Das Handwerksstadtviertel des römischen Poetovio
Werkstätten C(aius) C(aecina) C(alpurnius) und M(arci) IVN(i) FIR(mini) versehen, die am Ende des 2. und in den ersten Jahrzehnten des 3. Jahrhunderts in Betrieb waren. Eine Werkstatt mit vier Öfen, einem Brunnen und mit drei Wasserspeichem wurde im Wohnviertel in Spodnja Hajdina entdeckt. Öfen Die Öfen waren mit dem Rost in zwei Teile unterteilt. Im Unterteil, der in gelbe Tonerde eingegraben war, wurde geheizt, der Oberteil war mit einer Kuppel oder mit einem Tonnengewölbe überdeckt. Unter dem Feuerraum befand sich ein eingegrabener, manchmal auch ein ummauerter Arbeitsraum. Der Arbeitsraum war oftmals für zwei oder mehrere Öfen bestimmt. Die Töpferöfen waren rund, oval, rechteckig oder quadratisch. Runde und ovale Öfen waren kleiner und wurden aus Tonerde angefertigt. Man entdeckte sie gruppenweise als selbstständige Werkstätten oder vereinzelt im Rahmen der Ziegelherstellungwerkstätten. Die Ziegelbrennöfen sind aus Ziegeln gemauert, sie sind größer, rechteckig oder quadratisch. Einige davon haben einen gewölbten Feuerraum und gepflasterten Boden. Töpferwaren In den Werkstätten erzeugte man verschiedenartige Ziegel- und Töpferwaren, von verschiedenen Appliken, Modeln, Stempeln und Distanzhaltem bis zu verschiedenartig geformten Gefäßen: grobes Küchengeschirr und Gefäße zur Aufbewahrung, vor allem aber große Mengen von feinem Tafelgeschirr, darunter auch originelle lokale Formen und Nachahmungen der beliebten terra sigillata und dünnwandiger Keramik. Auf einigen Erzeugnissen blieben Werkstattstempeln erhalten. Auf den Reibschalen findet man häufig die Stempel AEMILIVS (Abb. 2.2) oder MARIVS am Ausguss. Der Stempel AEMIL „in planta pedis" ist auf dem Boden des deformierten Tabletts (Abb. 2.3), der Stempel MOD „in planta pedis" ist auch auf dem Tellerboden (Abb. 2.1), auf dem Boden des Sigillatagefäßes Drag 17. Auf dem Tablettboden blieb ein Teil des Grafiitos (Abb. 3.1) erhalten. In der ersten Reihe befinden sich die Zeichen: - VIICXXXXX-, in der zweiten Reihe: - XXXX-. Damit wollte der Töpfer wahrscheinlich den Herstellungsvorgang in Evidenz halten. Zahlreiche ähnliche Graffitos mit der Gefäß-Liste wurden in Töpferwerkstätten in La Graufesenque in Frankreich entdeckt. 10 In der Werkstatt mit vier Öfen, einem Brunnen und mit drei Wasserspeichem in Spodnja Hajdina" wurden in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts auch Tabletts und Tassen, nach dem Vorbild der Sigillatagefäße, erzeugt und gebrannt. Hier war der Töpfer Sextius Vibius tätig, was man aus dem Graffito auf der Gesichtsurne entnehmen kann. 12 Nicht weit davon entfernt entdeckte man einen Ofen und fehlerhafte Erzeugnisse aus dem 2. - 3. Jahrhundert. 13 Auf der Fläche von 1 m 2 fand man fünf Faltenbecher, sechs Tassen mit bandförmigem Henkel, einen großen Krug, den unteren Teil eines Gefäßes und 25 Öllampen, davon 20 mit Stempeln, die man dem Typ Loeschcke X bzw. dem Typ